Studienfinanzierung : CHE will den Einheits-Zuschuss für alle

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) plädiert für eine einheitliche Finanzierung aller Studierenden - mit staatlicher Förderung und Darlehensanteil.

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Studierende sitzen im Hörsaal.
Versorgt. Das CHE will ein Grundgehalt für alle Studierenden.Foto: dpa

„Verwirrend“ und „ineffizient“: So stellt sich für das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) die Studienfinanzierung in Deutschland dar. Zu viele Instrumente – wie Bafög, Studienkredite und Deutschlandstipendium – existierten „unverbunden“ nebeneinander. Das schrecke gerade potenzielle Studierende aus weniger wohlhabenden Familien ab, die auf die Förderung angewiesen sind. „Die fehlende Transparenz stellt eine Schwelle dar, die insbesondere Studienberechtigte mit bildungsfernem Hintergrund von einem Studium abhält“, heißt es in einer Analyse, die das CHE am heutigen Mittwoch vorstellen will. Das als marktliberal geltende CHE schlägt vor, alle staatlichen Instrumente zu einer „Bundesstudienförderung“ zu vereinheitlichen.

Nach dem Modell würden alle Studierenden unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern einen „Basissatz“ erhalten, den sie nicht zurückzahlen müssen. Das würde die „Selbständigkeit der Studierenden“ befördern. Hier sollen auch indirekte Zuschüsse wie Kindergeld und Steuerfreibeträge einfließen. Einen konkreten Satz nennt das Papier nicht. Würde man das Modell kostenneutral gestalten, könnte der Betrag bei rund 250 Euro im Monat liegen, heißt es auf Anfrage.

Ein Aufschlag für bedürftige Studierende

Je nach Einzelfall sollen Studierende einen Aufschlag erhalten. Davon sollten bedürftige Studierende profitieren; andererseits könnte auch auf „gesellschaftspolitische Bedarfe“ reagiert werden, heißt es in dem Papier. Genannt wird als Beispiel die Pflege von Angehörigen. Das CHE wünscht sich, dass auch der Aufschlag größtenteils als direkter Zuschuss gewährt wird und nicht wie bisher beim Bafög zur Hälfte zurückgezahlt werden muss. Der Staat müsste dafür mehr Geld in die Hand nehmen, sobald der Maximalzuschuss für diese zweite Gruppe 335 Euro übersteigt (335 Euro entsprechen der Hälfte des Bafög-Höchstsatzes).

Wer mehr braucht, soll ein Darlehen aufnehmen

Als drittes Element schlägt das CHE einen frei zu bestimmenden Darlehensanteil vor. Eine Obergrenze könnte 1000 Euro sein. Das CHE schreibt mit seinen Ideen einen Vorschlag weiter, den es vor drei Jahren gemacht hatte. Mehr denn je müsse die staatliche Studienförderung „unmissverständlich signalisieren, dass alle Studieninteressierten die gleichen Chancen haben“, fordert das Papier.

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