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Studienplätze für den Doppeljahrgang : „Eine gute Note ist wichtig“

18.04.2012 00:00 Uhrvon
Im Hörsaal angekommen. Die Unis sind auf mehr Bewerber vorbereitet, rechnen aber nicht damit, überrannt zu werden.Bild vergrößern
Im Hörsaal angekommen. Die Unis sind auf mehr Bewerber vorbereitet, rechnen aber nicht damit, überrannt zu werden. - Foto: dpa

In Berlin drängt ein doppelter Abijahrgang an die Unis, das Land hat vorsorglich mehr Studienplätze aufgebaut. Doch mehr denn je gilt für Studienbewerber: Chancen auf einen Platz hat man in den allermeisten Fächern nur mit einer (sehr) guten Durchschnittsnote.

Werde ich mit meinen Noten eine Chance haben, in Berlin zu studieren? Diese Frage stellen sich viele Abiturientinnen und Abiturienten während ihrer letzten Schultage. Die Senatsverwaltung für Bildung rechnet jedoch trotz des doppelten Abiturjahrgangs in Berlin und Brandenburg mit höchstens 16 000 Abiturienten, einem Viertel mehr als im Vorjahr, in dem 12 018 Schüler das Abitur bestanden. Bereits vor Ende des vierten Semesters ließen sich rund 1400 Schüler noch einmal zurückstellen, so viele wie nie zuvor. Viele wollen im zweiten Anlauf bessere Noten erreichen – und dem befürchteten Ansturm an den Berliner Hochschulen ausweichen.

Dort allerdings ist die Stimmung gelassen, für Panik gebe es keinen Anlass, sagt HU-Vizepräsident Michael Kämper-van den Boogaart: „Eine gute Note ist wichtig, aber die jungen Leute sollten sich auch nicht zu sehr unter Druck setzen.“

Was für Landeskinder gilt

„Die Berliner haben die gleichen Chancen wie alle anderen auch“, sagt Michael Bongardt, Vizepräsident der Freien Universität. Eine bevorzugte Behandlung von Landeskindern ist verfassungswidrig. Für Berliner Abiturienten ist das deswegen besonders hart, da die Hauptstadt als Studienort äußerst beliebt ist. Nicht nur der gute Ruf der Universitäten, auch die hohe Lebensqualität der Stadt bei vergleichsweise günstigen Lebenshaltungskosten erhöht die Attraktivität. Nirgendwo sonst in Deutschland ist die Studienplatznachfrage so groß wie in Berlin. Das verschärft den Numerus clausus, nach dem eine vorher festgelegte Anzahl von Studienplätzen nach Durchschnittsnoten vergeben wird. Die Berliner Abiturienten hatten mit ihrer durchschnittlichen Abinote von 2,4 im Jahr 2010 in vielen Fächern keine Chance. Nur 35 Prozent der Berliner Studienanfänger hatte das Abitur in Berlin gemacht. Die aktuellen Zahlen liegen der Senatsverwaltung noch nicht vor.

Der damalige Bildungssenator Jürgen Zöllner wollte die Chancen der Berliner gegen die auswärtige Konkurrenz mit einem Bonuspunkteverfahren steigern. Jugendliche sollten an der Schule berufsvorbereitende Kurse besuchen können. Dabei sollten sie Bonuspunkte sammeln, die in eine Bewerbung an einer Hochschule einfließen. Doch von den Kursen ist noch nichts zu sehen. Außerdem ist man in Unikreisen skeptisch, ob eine solche Regelung einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht standhalten würde.

Die Bevorzugung von Landeskindern ist nur ausnahmsweise möglich: bei Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Bewerbung noch minderjährig sind. „Damit wird vermieden, dass noch nicht volljährige Studienanfängerinnen und Studienanfänger gezwungen werden, ihr Elternhaus zur Aufnahme eines Studiums zu verlassen“, sagt Mathias Gille, Sprecher der Senatsverwaltung für Wissenschaft. Wie viele Abiturienten das betreffen wird, könne man noch nicht sagen, gerechnet wird mit einer sehr kleinen Zahl.

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