Studienplätze : Mehr Westdeutsche an Unis in den neuen Ländern

Im Schnitt studieren heute 35 Prozent Westdeutsche an ostdeutschen Hochschulen, 13 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. An einigen Unis und Fachhochschulen dominieren die "Wessis" sogar schon.

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Studierende sitzen vor ihrer Hochschule.
Vereint studieren. Hoch ist der Anteil der Studierenden in Westdeutschland beispielsweise auch an der FH Eberswalde.Foto: picture alliance / ZB

Der Anteil von westdeutschen Studierenden an ostdeutschen Hochschulen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Stammten im Jahr 2008/9 im Schnitt noch 22 Prozent der Studierenden an Ost-Hochschulen aus Westdeutschland, sind es im aktuellen Wintersemester 35 Prozent. Das ergibt eine Umfrage, die die „Länderübergreifende Hochschulmarketingkampagne der ostdeutschen Länder“ in Auftrag gegeben hat und an der 25 Hochschulen teilnahmen.
An einigen Hochschulen seien bereits mehrheitlich junge Westdeutsche eingeschrieben, heißt es. Diese Hochschulen liegen vor allem im Berliner Umland, darunter die Fachhochschule Eberswalde (61 Prozent westdeutsche Studierende), die Fachhochschule Potsdam (56 Prozent) und die Universität Potsdam (54 Prozent). Hier dürfte auch eine Rolle spielen, dass diese Hochschulen als eine Art Überlaufbecken für die stark nachgefragten Berliner Hochschulen fungieren. Zu den westdeutschen Studierenden zählt die Umfrage alle, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in den westdeutschen Flächenländern und den drei Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin erworben haben.

54 Westdeutsche an der Fachhochschule Wismar

Aber auch an der Fachhochschule Wismar überwiegen mit einem Anteil von 54 Prozent die Westdeutschen. Besonders stark konnte die sächsische Hochschule Mittweida den Westanteil steigern: um 180 Prozent innerhalb von sechs Jahren. Die Uni Jena verzeichnete ein Plus von 137 Prozent, die Uni Halle-Wittenberg einen Anstieg von 123 Prozent.

Die Kampagne zeigt Wirkung - und läuft aus

Die Kampagne wertet die Ergebnisse als Zeichen der immer größer werdenden Attraktivität ostdeutscher Hochschulen. Werbemaßnahmen der vergangenen Jahre würden Wirkung zeigen. Wegen der demographischen Entwicklung sind viele ostdeutsche Hochschulen darauf angewiesen, dass Studierende aus westdeutschen Bundesländern zu ihnen kommen: Denn die Zahl der Abiturienten aus der Region geht fast überall zurück. Im Vergleich zu vielen Hochschulen in westdeutschen Ballungsgebieten sind daher auch die Zulassungshürden für zahlreiche ostdeutsche Unis eher niedrig, viele Fächer können NC-frei studiert werden. Die Werbekampagne soll nach dem kommenden Jahr allerdings auslaufen.

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