Studienplätze : SPD will Masterplätze für alle Bachelorabsolventen

Die SPD-Fraktion im Bundestag bricht mit der Hochschulpolitik von Bund und Ländern. Sie fordert, dass für alle Bachelorabsolventen, die in den Master wollen, auch ein Platz im Master da sein muss.

Der Ausbau solle durch ein bis 2020 befristetes Sonderprogramm unterstützt werden. Außerdem sollen mit dem „Hochschulpakt Plus“ kurzfristig 50 000 zusätzliche Plätze im Bachelor geschaffen werden, heißt es im Antrag der SPD-Fraktion, der am heutigen Donnerstag im Bundestag in erster Lesung behandelt werden soll. Bisher sollte das Masterstudium nur einer Minderheit offenstehen. So haben es die Kultusminister vereinbart, und so schlägt es sich auch in der Finanzierung der Kapazitäten durch Bund und Länder nieder.

Die SPD-Fraktion beruft sich auf den Bundesbildungsbericht, der für die Jahre 2011 bis 2015 bis zu 700 000 Studienanfänger prognostiziert, also 200 000 mehr als im Moment über den Hochschulpakt finanziert werden sollen. Es fehlten demnach 5,2 Milliarden Euro. In den Jahren von 2016 bis 2020 sei dann mit 300 000 zusätzlichen Anfängern zu rechnen. Der Hochschulpakt müsse darum auch frühzeitig verlängert werden, damit die Länder und Hochschulen Planungssicherheit hätten. Zu prüfen sei, ob die Unis für teure Studienplätze, etwa in Medizin, einen Zuschlag bräuchten. Als Anreiz zur Senkung der Abbrecherquoten soll ein „Abschluss-Bonus“ eingeführt werden.

Die Unionsfraktion will den Antrag nicht unterstützen. Die Faktenlage habe sich gegenüber den Planungen von Bund und Ländern „nicht verändert“, teilte der bildungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Albert Rupprecht, auf Anfrage mit. Außerdem solle, wer sich den „Luxus“ leiste, Studiengebühren abzuschaffen, „nicht die Frechheit besitzen, wenn es eng wird, nach zusätzlichem Bundesgeld zu schreien“. (akü)

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