Studienplätze : Uni-Börse von Hackern attackiert

02.09.2009 00:00 UhrVon Anja Kühne

Die neue Studienplatzbörse von 180 deutschen Hochschulen ist bei ihrem Start unter der Zahl der Zugriffe zusammengebrochen.

Die neue Studienplatzbörse von 180 deutschen Hochschulen ist bei ihrem Start unter der Zahl der Zugriffe zusammengebrochen. Unmittelbar nachdem das über hochschulkompass.de zu erreichende Portal um neun Uhr freigeschaltet worden war, ging es in die Knie: „Wir wurden von Zugriffen überrollt“, sagte Susanne Schilden, Sprecherin der für die Börse verantwortlichen Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Man sei über den Fehlstart „sehr traurig“. Nach Erkenntnissen der HRK waren Hacker-Angriffe die Ursache. Studienbewerber müssten aber keine Angst haben, nicht mehr zum Zug zu kommen: „Es geht nicht nach dem Prinzip, wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

“ Die erste Bewerbungsfrist eines auf dem elektronischen Schwarzen Brett angebotenen Studienplatzes ende erst am 7. September.

Am Nachmittag schien sich die Situation zu entspannen, nachdem der Anbieter weitere Serverkapazität geschaffen hatte. Für Berlin wurden 15 Angebote in zulassungsbeschränkten Bachelorstudiengängen gezeigt. Bis zum Mittag hatten die Hochschulen nach Schildens Angaben insgesamt rund 1600 „Angebote“ auf der Seite eingestellt, mit weiteren sei zu rechnen. Der größere Teil sind zulassungsfreie Studiengänge, für die die Hochschulen werben wollen.

Ungefähr jeder zweite Studiengang in Deutschland ist nach Angaben der HRK zulassungsbeschränkt. Das hat dazu geführt, dass viele Studierende sich mehrfach bewerben, um ihre Chancen zu erhöhen. Bekommen sie mehrere Zusagen und entscheiden sich erst spät für eine Uni, bleiben Plätze leer. Um diesem Problem zu begegnen, soll ab 2011 eine Software klären, ob jemand sich für einen Platz entschieden hat und welche Plätze dadurch wieder frei sind. Das jetzt geschaltete Portal ist eine Übergangslösung.

Sie wird das Problem leer bleibender Plätze nicht endgültig lösen können, sagt Susanne Schilden. Zwar haben die Hochschulen erstmals in diesem Sommer bis zu einem gemeinsam Termin Mitte August die Zulassungs- und Ablehnungsbescheide verschickt. Die jetzt laufenden Nachrück- und Losverfahren schließen sie aber unterschiedlich schnell ab, so dass auch weiterhin Plätze leer bleiben können. akü

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