Wissen : Studieren in Armut

Viele Studierende in Australien haben Finanzsorgen.

Zwei Drittel der Studierenden in Australien sorgen sich um ihre finanzielle Situation. Das geht aus einer Umfrage der „Universities Australia“ hervor, einem Zusammenschluss von 39 Unis, berichtet das Online-Magazin „University World News“. Der Umfrage unter 12 000 Studierenden nach jobben 80 Prozent im Schnitt 16 Stunden pro Woche. Ein Drittel gibt an, auch Kurse zu versäumen, um arbeiten gehen zu können. Die Hälfte sagt, das Jobben wirke sich negativ auf das Studium aus – im Jahr 2006 sagten das erst 40 Prozent. 17 Prozent sagten, sie würden oft ohne Essen oder andere Notwendigkeiten auskommen müssen.

Mehr als ein Viertel der jobbenden Vollzeit-Studierenden arbeitet zwar zwanzig Stunden in der Woche. Dennoch verdienen zwei von drei weniger als 20 000 Australische Dollar (AUD), umgerechnet 18 215 US-Dollar, im Jahr – dieses Einkommen liegt unterhalb der Armutsgrenze. Die ausländischen Studierenden stünden kaum besser da, heißt es.

Die Gewerkschaft der Lehrkräfte an Unis, die „National Tertiary Education Union“, wies darauf hin, die australischen Studierenden müssten weltweit mit die höchsten Studiengebühren entrichten – zwischen 18 000 und 60 000 AUD jährlich. Dieses Geld muss zwar erst nach dem Studium zurückgezahlt werden. Die Verschuldung pro Absolvent sei in den vergangenen sechs Jahren aber von 29 000 AUD auf 38 000 AUD angestiegen. Viele Absolventen müssten sich damit abfinden, niemals ein Eigenheim zu besitzen. Im Jahr 2016 werden die Schulden aus Studiengebühren in Australien auf 50 Milliarden AUD gewachsen sein, schätzt die Gewerkschaft. akü

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