Melanie Grupe (FU): Das Stupa ist oft weit von der Realität entfernt

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Studierendenvertreter in Berlin : Dutschkes Erben

Melanie Grupe (22) studiert im 5. Semester Jura an der Freien Universität und ist seit einem Semester Mitglied im Studierendenparlament (StuPa).

Bereits im ersten Semester habe ich mich erkundigt, wo man sich an der FU hochschulpolitisch betätigen kann. Ich konnte mir auch vorstellen, mich im StuPa zu engagieren. Mir ist es wichtig, die Uni durch eigene Anträge mitgestalten zu können und zu sehen, wie sich die anderen Hochschulgruppen verhalten. Da der RCDS gerne Frauen nach vorne bringt, wurde ich vorne auf der Wahlliste platziert und gewählt.

Im Stupa sind wir zusammen mit den Liberalen die Opposition, etwa 80 Prozent der Mitglieder sind links. Überhaupt steht die FU im Ruf, stark links orientiert zu sein. Beim RCDS setzen wir uns für eine ideologiefreie Politik ein. Uns geht es darum, Politik für jeden Studenten zu machen. Meistens stoßen wir jedoch bei den linken Gruppierungen auf eine stetige und teilweise schon feindselige Abwehrhaltung. Nur einen Antrag haben wir durchbringen können, zur Verlängerung der Mensa-Zeiten.

Melanie Grupe.
Melanie Grupe.Foto: privat

Stattdessen befasst man sich mit Dingen, die die Mehrheit der Studenten gar nicht interessieren, da sie meist Theorie und weit von der Realität entfernt sind: In der letzten Sitzung wurde beschlossen, dass Anträge nur noch behandelt werden, wenn sie sprachlich durchgängig in männlicher und weiblicher Form und mit Sternchen für die „übrigen Geschlechter“ gehalten sind. Das ist der pure Genderwahnsinn! Aber selbst wenn wir uns als Minderheit nicht durchsetzen können: Schon der Versuch zählt. Ein weiteres Ziel des RCDS ist, dass der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) endlich seine Ausgaben transparent macht. Immerhin muss jeder Student jedes Semester knapp neun Euro zahlen – da sollte jedem Studenten aufgezeigt werden, für welche Zwecke der Asta dieses Geld verwendet.

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