Studium : Humboldt-Universität vertagt Bachelor-Verbesserungen

Die Humboldt-Universität hat weitere Verbesserungen der Bachelor-Studiengänge verschoben. Der Akademische Senat vertagte auf seiner Sitzung am Dienstag die Abstimmung über ein Grundsatzpapier der Universität zum Bologna-Prozess.

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In dem fünfseitigen Grundsatzpapier, das der Philosoph Volker Gerhardt erarbeitete, werden die Unimitglieder aufgefordert, die „Spielräume im Bologna-Prozess“ zu nutzen. So sollten die Fächer mehr Angebote im Studium generale einplanen, den Studierenden sollte mehr Zeit für die Vorbereitung und Vertiefung des Stoffes gelassen werden. Die Anwesenheitspflicht könne grundsätzlich entfallen. Die HU solle sich bei der Politik auch dafür einsetzen, dass Studierende auf einen achtsemestrigen Bachelor einen viersemestrigen Master setzen können. Bisher ist grundsätzlich eine Regelstudienzeit von zehn Semestern vorgesehen. Die HU solle mit dem Papier einen maßgeblichen Impuls für die im April stattfindende Bologna-Konferenz von Bund und Ländern geben, sagte Gerhardt. Während die Vorschläge von Professoren und einigen Studierenden im Publikum gelobt wurden, lehnten die Studentenvertreter im AS sie ab – hauptsächlich, weil das Papier vorher mit den Gremiumsmitgliedern nicht abgesprochen gewesen sei.

Die Studierenden wiederum konnten sich nicht mit ihrer Idee durchsetzen, für alle Bachelor-Absolventen der HU einen Platz im Master an der Uni vorzuhalten. Das sei rechtlich nicht umzusetzen, sagte Vizepräsident Uwe Jens Nagel. Dann müsste jeder Bewerber aus einem EU-Land zugelassen werden, was die Kapazitäten sprenge. Weitere Wünsche der Studierenden soll zunächst die Kommission für Lehre prüfen. Dazu gehört, künftig bis zu zehn Prozent der Noten im Bachelor nicht mehr in die Abschlussnote einfließen zu lassen. „Dauerhochleistungen“ zu erwarten, sei unrealistisch, begründeten Studentenvertreter den Antrag. Geprüft werden soll auch, ob die Anzahl der für einen Studienpunkt nötigen Arbeitsstunden von bisher 30 auf 25 herabgesetzt werden kann.

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