Super-Uni : TU: Ja zur Stiftung nur gegen Geld

Die Technische Universität Berlin versucht den Wissenschaftssenator unter Druck zu setzen. Sie will der von ihm geplanten „Super-Stiftung“ für die Berliner Spitzenforschung nur zustimmen, wenn es in den neuen Hochschulverträgen deutlich mehr Geld gibt.

Diese Vorgehensweise beschloss der Akademische Senat (AS) der TU am Mittwoch einstimmig. Die Uni geht wie berichtet davon aus, dass sie allein um ihren jetzigen Status quo zu halten jährlich 37 Millionen Euro mehr braucht.

Was aus Sicht der TU das „Minimum“ ist, wie ein Professor im AS sagte, dürfte für Berlins Senat eine enorme Summe darstellen. Sollten die beiden anderen großen Universitäten ähnliche Steigerungen wünschen, müsste der Senat jährlich über 100 Millionen Euro zusätzlich aufwenden. Damit wären die den Universitäten bis 2009 auferlegten Einsparungen von gemeinsam 75 Millionen Euro nicht nur wieder hinfällig – die Hochschulen bekämen sogar mehr Geld als vorher.

Vizepräsident Johann Köppel versuchte das Gremium vorsichtig zu warnen: „Im Antrag steht, wenn wir nicht 37 Millionen Euro mehr bekommen, pfeifen wir auf die Stiftung. Das muss man nur wissen.“ TU-Präsident Kurt Kutzler wollte diese „harte Lesart“ in dem Antrag jedoch nicht erkennen. Am Ende werde der AS abwägen müssen, ob der Senat sich mit seinem Angebot weit genug auf die TU zu bewegt habe.

Der AS der TU stellt aber noch weitere Bedingungen für die „Super-Stiftung“: Die Finanzierung der unter dem Arbeitstitel „Berlin International Forum for Excellence“ geplanten Stiftung muss „dauerhaft unabhängig vom Staatszuschuss an die Berliner Hochschulen gewährleistet“ sein, heißt es in dem Papier. Auch dürfe es nicht dabei bleiben, dass eine Wissenschaftliche Kommission in der Stiftung Empfehlungen über die Forschungsplanung der Unis abgibt: Das wäre ein Eingriff in die Hochschulautonomie.

In der AS-Debatte sprachen sich Studierendenvertreter gegen die Stiftung aus. Sie sei „idiotisch“ und habe „das Potenzial, mit den Jahren zu eben jener befürchteten ,Super-Uni’ zu werden, unter der die Berliner Universitäten leiden werden“, sagte der neue Asta-Vorsitzende André Baier. Baier nutzte die Gelegenheit, auch den Rücktritt des wegen eines Berichts des Rechnungshofs in die Kritik geratenen TU-Präsidenten zu fordern. Ein anderer Studierendenvertreter kritisierte das für Promotionen innerhalb der „Super-Stiftung“ geplante Label. Damit würden nicht minder exzellente Dissertationen an den Mutteruniversitäten „relativiert“. Auch solle die Stiftung keine Studiengänge für „verhätschelte Masterstudierende“ anbieten, während „das Gros der Studierenden draußen bleibt“.

Am Vormittag hatte Zöllner bereits bekannt gegeben, dass noch vor Gründung der Stiftung das erste Geld für die Forschung fließe. Für fünf Cluster und zwei Graduiertenschulen, die in der Exzellenzinitiative knapp gescheitert sind, sei in diesem Jahr eine Anschubförderung von insgesamt 879 000 Euro vorgesehen. Darunter sind ein HU-„Forschungszentrum für Sicherheits- und Risikoanalyse“ und eines der FU zum „Erfolgreichen Lernen in modernen Wissensgesellschaften“. Über die reguläre Förderung werde 2009 die Stiftung entscheiden. (Tsp/akü/-ry)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben