Wissen : Tabak „Gift für die Umwelt“

Der Anbau von Tabak ist nach Ansicht von Forschern ein globales Umweltrisiko. „Der Tabakanbau hinterlässt eine Spur der Umweltzerstörung und des sozialen Elends“, sagte Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) am Mittwoch in Heidelberg. Böden und Gewässer würden durch Pestizide massiv vergiftet, wertvolle Wälder zugunsten von Anbauflächen zerstört und Arbeiter erkrankten auf den Plantagen durch den Kontakt mit den nikotinhaltigen Blättern. Pötschke-Langer stellte den ersten deutschen Report zum Thema „Umweltrisiko Tabak – von der Pflanze zur Kippe“.

Auch die gewaltige Masse von Tabakabfällen sei ein riesiges Problem, sagte die Wissenschaftlerin. Zigarettenkippen steckten voller giftiger und krebserregender Substanzen und seien schwer zu entsorgen. Kippen dürften nicht mehr einfach weggeworfen, sondern müssten als Sondermüll entsorgt werden.

Kein anderes Massenprodukt sei „bei seiner Herstellung, seinem Konsum und seiner Entsorgung derart risikobelastet und gefährlich wie Tabak“, heißt es in dem Report weiter. Die Folgekosten würden der Gesellschaft aufgebürdet, anstatt der Tabakindustrie. Nach einer weiteren neuen Studie betragen die direkten und indirekten Kosten des Rauchens etwa im Bereich Gesundheit und Umwelt alleine in Deutschland rund 34 Milliarden Euro jährlich. dpa

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