Talent und Teamgeist : Die Nobelpreisträger McDonald und Kajita im Porträt

Arthur McDonald und Takaaki Kajita gelten als bescheiden und als echte Teamplayer. Für ihre Entdeckung erhalten die Neutrinoforscher den Nobelpreis 2015.

Hartmut Wewetzer
Arthur McDonald
Arthur McDonaldFoto: AFP

Bis ins Jahr 1984 reichen die Ideen für den Bau des kanadischen Sudbury Neutrino-Observatoriums zurück. Zunächst war es nur eine kleine Gruppe von Physikern, die hartnäckig das ehrgeizige Ziel verfolgten, tief unter der Erde mit schwerem Wasser Neutrinos einzufangen. Teamarbeit war gefragt, um das technisch wie wissenschaftlich anspruchsvolle Unternehmen zum Erfolg zu führen. Arthur McDonald (72), der diesjährige Physik-Nobelpreisträger, gilt als Teamarbeiter durch und durch und war von Anfang an dabei. Er betreute Planung und Bau des Observatoriums, die anderthalb Jahrzehnte in Anspruch nahmen, und leitete die Forschergruppe, die die bahnbrechenden Neutrino-Messungen erhob und veröffentlichte. McDonalds Kollegen preisen seine Selbstlosigkeit und Bescheidenheit. Er sei ein Mensch, der „nicht versucht, seine Leistung herauszustellen“ und der stets auf die Arbeit seines Teams verweise, sagt der Physiker Thomas Lohse von der Berliner Humboldt-Universität über den Preisträger. Der in Sidney an der Ostküste Kanadas geborene und heute an der Queen’s-Universität im kanadischen Kingston forschende McDonald verkörpert so den modernen Typus des Wissenschaftlers als Projektleiter, als primus inter pares. Das Ergebnis war eine Reihe herausragender und vielzitierter Veröffentlichungen, die rasch die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf sich zogen – Teamgeist und Talent glücklich vereint.

Auch McDonalds Mit-Preisträger Takaaki Kajita (56) von der Universität Tokio hat sich seine Meriten als Leiter von Neutrino-Forschungsgruppen verdient, zunächst am Kamiokande und dann am Super-Kamiokande-Observatorium.

Takaaki Kajita
Takaaki KajitaFoto: AFP

„Meine Arbeit bringt nicht gleich der Menschheit Nutzen. Wenn man es schön ausdrückt, dann erweitert so eine Forschung wie meine den Horizont des menschlichen Wissens. Der Nobelpreis hat darauf Licht geworfen, und ich bin dankbar dafür“, sagte der Wissenschaftler bescheiden nach Bekanntgabe der Preisverleihung. Sowohl McDonald als auch Kajita wurden vielfach ausgezeichnet. Den Nobelpreis werden sie am 10. Dezember in Stockholm entgegennehmen.

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