Tarifverhandlungen : Studentische Beschäftigte kämpfen für mehr Lohn

Die Verhandlungen zwischen den Hochschulen und den Gewerkschaften sind geplatzt. Die studentischen Beschäftigten wollen sich mit 12,13 Euro nicht zufrieden geben

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Studentische Beschäftigte protestieren am Dienstag an der Humboldt-Universität gegen das Angebot der Hochschulen.
Studentische Beschäftigte protestieren am Dienstag an der Humboldt-Universität gegen das Angebot der Hochschulen.Foto: Anja Kühne

Mehrere studentische Beschäftigte der Humboldt-Universität haben am Dienstag im Akademischen Senat (AS) für ihre Forderungen demonstriert. Die etwa ein Dutzend Studierenden hielten Schilder hoch, auf denen „14 Euro pro Stunde jetzt“ und „Lohnfortzahlung jetzt“ zu lesen war. Seit April verhandeln die gemeinsame Tarifkommission von Verdi und der GEW mit den Berliner Hochschulen über die Löhne für die rund 8000 studentischen Beschäftigten. Nachdem die dritte Verhandlungsrunde im Juni platzte, gibt es keinen neuen Gesprächstermin.

Auf die HU kommen neue Kosten zu

Der AS hatte das Thema als Besprechungspunkt auf seiner Tagesordnung. Der Vizepräsident der HU, Ludwig Kronthaler, sagte, die Gewerkschaften hätten einen „größeren Strauß“ von Forderungen, darunter „Maximalforderungen“, in die Verhandlungen eingebracht. Zwar hätten die studentischen Beschäftigten in Berlin tatsächlich seit dem Jahr 2001 keine Lohnerhöhung bekommen. Allerdings habe das Niveau ihres Lohns – pro Stunde 10,98 Euro – damals deutlich über dem der studentischen Beschäftigten in anderen Ländern gelegen.

Die Hochschulen bieten an, den Stundenlohn vom Jahr 2018 an auf 12,13 Euro zu erhöhen. Die HU würde dies jährlich 800.000 Euro zusätzlich kosten, sagte Kronthaler. In den 12,13 Euro soll das Weihnachtsgeld mit einem Anteil von acht Prozent bereits enthalten sein, was die Gewerkschaften kritisieren. So ergebe sich ein faktischer Stundenlohn von 11,16 Euro.

Zu den Forderungen der studentischen Beschäftigten gehört auch, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von jetzt sechs Wochen auf 26 Wochen auszuweiten. Eine Studentin berichtete im AS, sie müsse als chronisch Kranke und Schwerbehinderte regelmäßig krank zur Arbeit erscheinen, um ihren Monatslohn von 450 Euro zu bekommen: „Es geht um meine Existenz.“ Der AS beschloss eine Stellungnahme, in der er seinen Wunsch nach der Fortsetzung der Verhandlungen äußerte.

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