Technologiebericht : Deutschland ist Innovationsland

Der Technologiebericht 2007 ergibt, dass deutsche Unternehmen europaweit am Innovativsten sind und mehr Patente als in den USA gemeldet werden. Gefährdet ist die Entwicklung jedoch durch den Fachkräftemangel.

Paul Janositz

BerlinDeutschland ist Innovationsland, doch es fehlt an Fachkräften. Das entnimmt Forschungsministerin Annette Schavan dem „Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit“, der am Mittwoch dem Bundeskabinett vorgestellt wurde. Demnach gelten 65 Prozent der deutschen Industrieunternehmen nach Kriterien der EU als innovativ. „Das ist deutlich mehr als in jedem anderen europäischen Land“, sagte Schavan vor der Presse. Bei Firmen, die Dienstleistungen anbieten, liegt die Innovations-Quote bei 48 Prozent, das bedeutet Platz zwei in der EU hinter Luxemburg.

Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim im Auftrag des Bundesforschungsministeriums erstellte Bericht führt noch weitere Indikatoren dafür auf, dass sich Wirtschaft und Forschung gut entwickelten. So war Deutschland 2005 beim Export von Hightech-Produkten und Innovationsgütern nach wie vor Weltmeister. Dazu trugen vor allem Automobil- und Maschinenbau sowie die Chemie bei. Beispielhaft nannte Schavan auch die optische Industrie und die Umwelttechnik.

Positiv sieht der Bericht auch die Zahl der angemeldeten Patente, die für den Weltmarkt relevant sind. Mit 288 Anmeldungen pro eine Million Einwohner im Jahr 2004 kommen die deutschen Erfinder auf den sechsten Platz. Das ist besser als die USA mit 245 Anmeldungen, aber schlechter als Japan, Holland, die Schweiz sowie Schweden und Finnland, das mit 600 Anmeldungen klar an der Spitze liegt.

Das „Lissabon-Ziel“, nämlich drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung auszugeben, möchte Schavan bis 2010 erreichen. Dazu diene auch die von ihr initiierte Hightech-Initiative, mit der bis 2010 15 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt würden. Sie forderte auch bessere steuerliche Bedingungen für Unternehmensgründungen und Wagniskapital.

Gefährdet wird das Ziel durch den Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern. „Wir brauchen bis 2010 etwa 65 000 bis 70 000 zusätzliche Ingenieure und Naturwissenschaftler“, sagte ZEW-Experte Georg Licht. Die Forschungsministerin kündigte Initiativen an, um den Mangel zu beheben. Die Zahl der Studierenden müsse erhöht und die der Studienabbrecher gesenkt werden Die Fachhochschulen, die die meisten Plätze für die Ausbildung von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern hätten, müssten gestärkt werden. Paul Janositz

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