Thomas Südhof kommt nach Berlin : Das BIG holt Nobelpreisträger als Gastforscher

Nobelpreisträger Thomas Südhof wird Gastwissenschaftler am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG). Südhof wird für zunächst drei Jahre gemeinsam mit Berliner Neurobiologen forschen.

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Südhof in seinem Labor an der Universität Stanford.
Grundlagenforscher. Thomas Südhof baut ab Herbst zusammen mit Christian Rosenmund eine Arbeitsgruppe in Berlin auf.Foto: Steve Fisch, Universität Stanford

Thomas Südhof, Träger des Medizin-Nobelpreises 2013, kommt als Gastwissenschaftler nach Berlin. Südhof, der als Professor für Zellphysiologie an der Stanford University in Kalifornien arbeitet, wird ab Herbst dieses Jahres als Visiting Fellow am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) tätig sein. Das gaben am heutigen Donnerstag das BIG und die Stiftung Charité in einer Pressekonferenz bekannt. Südhof werde mit Christian Rosenmund, Professor für Neurobiologie an der Charité und Sprecher des Exzellenzclusters Neurocure, ein Projekt zur Kommunikation der Nervenzellen im Gehirn aufbauen. Kernfrage sei, wie diese Kommunikation in Krankheiten gestört wird. Südhof meldete sich mit einem Statement aus den USA: "Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit meinen Kollegen hier in Berlin." Er lobte die "erstklassigen wissenschaftlichen Bedingungen", die mit der Gründung des BIG im Jahr 2012 geschaffen wurden. Seine Förderung als "Einstein BIH Visiting Fellow" (BIH steht für Berlin Institute of Health) wird von der durch die Unternehmerwitwe Johanna Quandt initiierte Charité-Stiftung finanziert. Quandt stellt für die wissenschaftliche Arbeit des BIG 40 Millionen Euro für zehn Jahre zur Verfügung. Südhof wurde zunächst für drei Jahre berufen, sein Aufenthalt wird mit bis zu 150 000 Euro jährlich für sämtliche Reise-, Personal- und Sachkosten gefördert.

Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) gratulierte dem BIG und der Stiftung: "Professor Südhof ist ein großer Gewinn für die Gesundheitsforschung in Deutschland." Es sei erfreulich, dass das BIG bereits so kurz nach seiner Gründung Anziehungskraft für exzellente Wissenschaftler aus der ganzen Welt entwickele.

Die Stiftung hatte bereits am Mittwochabend verkündet, dass das BIG einen Nobelpreisträger gewinnen konnte. Über Hinweise, dass es sich dabei um Südhof handeln könnte, berichtete der Tagesspiegel am Donnerstag in Teilen seiner Printausgabe. Mit Christian Rosenmund hatte sich Südhof Ende Januar bei seinem Besuch in Berlin getroffen. Rosenmund erforscht genau wie der Neurobiologe Südhof Synapsen. Im Januar hatte Südhof auch Gespräche an der Charité und am Max-Delbrück-Centrum geführt – dies sind die beiden Einrichtungen, die das BIG tragen. Das BIG wurde vom Bund und von Berlin im Jahr 2012 als neues Spitzeninstitut ins Leben gerufen. Es soll die translationale Forschung voranbringen, durch die medizinische Forschungsergebnisse schneller in Therapien umgesetzt werden.

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