Wissen : Tuberkoluse- Erreger enttarnt

Ein neuer Impfstoff war im Tierversuch wirksam

Amerikanische Forscher haben einen neuen Impfstoff gegen Tuberkulose entwickelt, der zumindest im Tierversuch besser schützt als die bisher verfügbare Variante. Er basiert auf einem Stamm des Tuberkulose-Erregers Mycobacterium tuberculosis, der dank einer genetischen Veränderung die Fähigkeit verloren hat, sich gegenüber dem Immunsystem unsichtbar zu machen. Die Impfung habe sich bereits bei Mäusen und Meerschweinchen bewährt, erklären die Forscher. Als Nächstes soll sie nun so abgewandelt werden, dass sie ohne Risiko beim Menschen getestet werden kann.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr weltweit zwei bis drei Millionen Menschen an Tuberkulose – in vielen Ländern ist eine Zunahme der Fälle zu beobachten. Es gibt zwar bereits eine Schutzimpfung, aber die führt häufig zu Nebenwirkungen und ist bei Erwachsenen kaum effektiv, weswegen sie in Deutschland seit 1998 nicht mehr von der Ständigen Impfkommission empfohlen wird.

Bei der Suche nach Alternativen bereitete den Forschern bisher vor allem die Fähigkeit des Tuberkel-Bakteriums Probleme, sich in Immunzellen in der Lunge zu verstecken. Studienleiter Joseph Hinchey und sein Team konnten diese Schwierigkeit nun umgehen: Sie schalteten ein Gen im Erbgut des Erregers aus, das entscheidend für die Tarnung ist. Dadurch erkennen die Immunzellen, dass sie infiziert wurden, und lösen ein Selbstmordprogramm aus, was wiederum andere Abwehrzellen auf den Plan ruft. ddp

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