TURNERS Thesen : Erstes Institut der Superuni steht!

Von George Turner, Wissenschaftssenator a. D.

Heimlich, still und leise hat es der Wissenschaftssenator geschafft: Das erste Institut der von ihm geplanten „Superuni“ ist startklar. Es ist der Freien und der Humboldt-Universität gewissermaßen aus den Rippen geschnitten worden. Dort war auf dem Höhepunkt der Knut-Welle eine gemeinsame Einrichtung, die Lehr- und Forschungseinheit für Knutologie, gegründet worden. Forschungsziel ist die Erkundung von Massenhysterie und kollektivem Wahnsinn.

Die FU erwägt gegen die Überführung in die ansonsten noch konturenlose Superuni die Einlegung eines Rechtsmittels. Das Argument: Man führe schließlich einen Bären im Wappen; da ließe man sich ein solches Institut nicht einfach wegnehmen. Von der Humboldt-Universität war keine Stellungnahme in Erfahrung zu bringen. Beobachter argwöhnen, man liege dort womöglich auf der (faulen) Bärenhaut. Der Regierende Bürgermeister, in Fachkreisen auch Wowi-Bär genannt, soll in Erwägung ziehen, Senator Zöllner zu unterstützen. Ihm ist es gelungen, zwei international renommierten Experten, Teddy de Beer, derzeitig noch an der University of Bearhampton, und Ursus Knutopopow von der russischen Akademie für Polarpopulation, im Zuge des Brain Gain zu der Annahme der ihnen erteilten Rufe zu bewegen. Zwar ist den Wissenschaftlern eine Mitgliedschaft an der TU angeboten worden, um sie besser in Berlin zu integrieren. Diese betrachtet den Vorschlag des Senators allerdings als Bärendienst.

Die Superuni weist mit der Einrichtung des Instituts auch ihr erstes Lehrangebot aus. Voraussetzungen zum Erwerb des Bärendiploms (noch nicht auf die Erfordernisse des Bologna-Prozesses umgestellt) sind eine vierwöchige Ernährung ausschließlich mit Gummibärchen (Thomas Gottschalk ist als Honorarprofessor im Gespräch), ferner mindestens zwei Scheine, die Kenntnisse in Beerenkunde (Him-, Johannis- und Blaubeeren) bestätigen. Alternativ werden auch praktische Übungen mit Bärentraube oder dem ostpreußischen Nationalgetränk Bärenfang anerkannt. Die Beschäftigung mit Camembert hingegen genügt nur bei anerkannter Rechtschreibschwäche. Das Abschlusszeugnis einer Berliner Gesamtschule gilt als Nachweis. Absolventen erwerben den akademischen Grad „Dipl.-Knutologe“. Die Promotion führt zum Dr. rer. bär.

Wer mit Knut diskutieren möchte, möge sich in den Zoo begeben.

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