Über 10.000 Euro : Briten verdreifachen Unigebühren

Die britische Regierung hat jetzt die Höhe der Gebühren festgelegt, die Studierende künftig zahlen sollen. Die Summe könnte einige Studenten abschrecken.

Britische Universitäten sollen ab 2012 jährlich bis zu 9000 Pfund (rund 10 300 Euro) von jedem Studierenden verlangen können. Die Gebühren verdreifachen sich damit: Bisher müssen Studenten an Universitäten in England, Wales und Nordirland bis zu 3290 Pfund pro Jahr zahlen. Für Schottland gelten eigene Regelungen. Eine Entscheidung im Parlament steht noch aus.

Universitätsminister David Willetts kündigte einen entsprechenden Gesetzesentwurf an, die Obergrenze für Studiengebühren zunächst auf 6000 Pfund festzulegen. Liegen jedoch „außergewöhnliche Umstände“ vor, dürfen Unis in Zukunft auch bis zu 9000 Pfund verlangen. Unis, die von ihren Studierenden 9000 Pfund wollen, sollen als Ausgleich finanziell schlechter gestellte Schüler unterstützen. Die Studierenden müssen die Gebühren nicht während des Studiums bezahlen. Stattdessen sollen sie einen Kredit aufnehmen, den sie abbezahlen, sobald sie nach dem Examen mehr als 21 000 Pfund (knapp 24 000 Euro) im Jahr verdienen.

Die Hochschulen sind in Zukunft vermehrt auf Studiengebühren angewiesen, da die Regierung die Mittel für die Hochschulen massiv zusammengestrichen hat. Die Gruppe „Million+“, in der knapp 30 mittelgroße Hochschulen zusammengeschlossen sind, erklärte, trotz der höheren Gebühren sei die Finanzierung der Unis langfristig nicht mehr sichergestellt. Studierendenvereinigungen kritisierten den „ideologischen Schwenk“ der Regierung, mit dem sich der Staat aus der Bildungsfinanzierung verabschiede.

Auch die mitregierenden Liberaldemokraten tun sich noch schwer mit den Plänen. Zwar sei der Vorschlag besser als der des Regierungsberaters Lord Browne, wurde ein Liberaldemokrat im „Guardian“ zitiert. Lord Browne hatte wie berichtet im vergangenen Monat vorgeschlagen, dass die Unis unbegrenzt Gebühren nehmen können, was jetzt vom Tisch ist. Allerdings hatten sich die Liberaldemokraten im Wahlkampf gegen eine Erhöhung der Gebühren ausgesprochen. Einige Abgeordnete könnten daher gegen den Regierungsplan stimmen, hieß es. dpa/tiw

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