Über Umwege zur Uni : Mehr Erstsemester ohne Abitur

Die Zahl der Studienanfänger ohne Abitur oder Fachhochschulreife ist erneut leicht gestiegen.

Viele Wege zur Uni. Wer bestimmte berufliche Qualifikationen hat, darf auch ohne Abitur studieren.
Viele Wege zur Uni. Wer bestimmte berufliche Qualifikationen hat, darf auch ohne Abitur studieren.Foto: Mike Wolff/TSP

Insgesamt 12 400 Nicht-Abiturienten schrieben sich 2012 erstmals für ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule ein. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor dem Öffnungsbeschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) im Jahr 2009. Damals waren die Länder übereingekommen, Meistern oder anderen beruflich Qualifizierten den Hochschulzugang erheblich zu erleichtern.

Gleichwohl ist nach den vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) vorgelegten Zahlen der Anteil der Nicht-Abiturienten unter den Studienanfängern insgesamt noch immer äußerst gering. Bei rund 500 000 Erstsemestern machten die 12 400 Nicht-Abiturienten gerade einmal 2,5 Prozent der Neueinschreibungen aus (2011: 2,3 Prozent). In Schweden hat fast jeder dritte Studienanfänger kein klassisches Abitur, sondern die Studienberechtigung durch einen Berufsabschluss.

Spitzenreiter unter den Bundesländern sind Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Nicht-Abiturienten stellen dort jeweils 4,5 Prozent der Erstsemester. Berlin liegt mit 3,8 Prozent auf dem dritten Platz. Seit 2009 haben 15 von 16 Bundesländern ihre Zugangsbedingungen zum Studium ohne Abitur deutlich verbessert. Brandenburg hat eine Gesetzesnovelle für dieses Jahr angekündigt.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sprach angesichts der neuen Zahlen von einer guten Nachricht: „Mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem ist wichtig.“ Wenn auch berufliche Qualifikation den Weg an die Hochschule öffne, werde letztlich auch die berufliche Bildung attraktiver.

Nicht-Abiturienten schreiben sich laut CHE-Auswertung häufiger an Fachhochschulen als an Universitäten ein. Bei der Fächerwahl entscheiden sich knapp 45 Prozent für die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Jeder Vierte studiert Mathematik, Ingenieur-, Technik- oder Naturwissenschaften. (dpa)

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