Umfrage : Im Master kommen die meisten an die Wunsch-Uni

Wie geht es weiter nach dem Bachelor? Ihren Masterplatz finden die meisten an ihrer Wunsch-Hochschule und im gewünschten Fach, ergab jetzt eine Umfrage. Nicht erfasst wurden aber Absolventen, die keinen Masterplatz gefunden haben.

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Studentin in der Staatsbibliothek Berlin
Zielsicher. Vom Master versprechen sich viele bessere Berufschancen.Foto: Mike Wolff

Mehr als drei Viertel aller Studierenden im weiterführenden Master-Studium haben ihr Wunschfach an der von ihnen bevorzugten Hochschule erhalten. 82 Prozent wechselten dabei „nahtlos“, das heißt mit einer Pause von weniger als fünf Monaten, vom Bachelor zum Master. Das ergibt eine Umfrage des Hochschul-Informationssystems (HIS). Die Forscher werteten knapp 6600 Antworten von Master-Studierenden aus, die zum Wintersemester 2011/2012 ihr weiterführendes Studium gerade aufgenommen hatten. Die Studie finanzierte das Bundesbildungsministerium.

Die meisten Studierenden entscheiden sich früh im Erststudium, einen Master anzuschließen. 89 Prozent versprechen sich davon bessere Berufschancen, 85 Prozent haben zudem ein fachliches Interesse. Ein Drittel glaubt den Master für eine spätere wissenschaftliche Karriere zu brauchen. Vier von zehn Bachelor-Absolventen gehen für das weiterführende Studium an eine andere Hochschule. Von diesen sagen 57 Prozent, die eigene Uni habe den gewünschten Studiengang nicht angeboten.

Viele FH-Absolventen wechseln nach dem Bachelor an die Uni

Ein Drittel der Wechsler geht gleich auf einen anderen Hochschultyp, die allermeisten sind Fachhochschulabsolventen, die sich für eine Uni entscheiden. Eine wichtige Rolle für die Entscheidung spielt prinzipiell der Ruf der Wunschuni (33 Prozent geben das als Motiv an). 26 Prozent wählten ihr Fach, weil die Zugangsvoraussetzungen leichter als anderswo waren. Die Befunde werten die Forscher als Zeichen, dass „die durch die Bologna-Reform ermöglichte Flexibilisierung des Studiums genutzt wird“.

Wie hoch die Hürden beim Übergang zum Master sind, wird immer wieder heftig diskutiert. Einige wichtige Fragen in dem Zusammenhang lässt die Umfrage allerdings unbeantwortet – allen voran, ob überhaupt genügend Master-Plätze zur Verfügung stehen. Befragt wurden nur Studenten, die es in den Master geschafft haben. Wie viele Bachelor-Absolventen in der Kohorte noch auf ihr Wunschfach warteten, bleibt im Dunkeln. Die Kohorte, die zum Zeitpunkt der Befragung den Bachelor abgeschlossen hatte, war ohnehin noch klein. Künftig könnten die Ergebnisse also weniger positiv ausfallen. Die Forscher schreiben auch, es müsse untersucht werden, ob der Übergang zum Master eine weitere „Bildungsschwelle“ darstelle. Weniger wohlhabende Absolventen könnten sich eine renommierte, aber weit entfernte Uni womöglich nicht leisten.

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