Umfrage : Mehr Deutsche sind an Wissenschaft interessiert

Vertrauen in Forscher schwankt nach Fachgebiet: Bei Erneuerbaren Energien ist das Misstrauen geringer als bei der Grünen Gentechnik. Das ist ein Ergebnis des Wissenschaftsbarometer 2016.

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Nahaufnahme. Elisabeth Kühn vom Umweltforschungszentrum ist Spezialistin für Tagfalter - und auf die Mithilfe von Bürgerwissenschaftlern angewiesen.
Nahaufnahme. Elisabeth Kühn vom Umweltforschungszentrum ist Spezialistin für Tagfalter - und auf die Mithilfe von...Foto: ZB

41 Prozent der Bundesbürger haben ein großes oder sehr großes Interesse an Wissenschaft. Das ergab eine repräsentative Telefonumfrage mit 1006 Teilnehmern im Auftrag von „Wissenschaft im Dialog“. Das Interesse hat demnach zugenommen, in der Umfrage von 2014 waren es noch 33 Prozent (Wissenschaftsbarometer 2015: 36 Prozent). Wichtigste Forschungsbereiche sind nach Meinung der Deutschen Gesundheit und Ernährung (42 Prozent) gefolgt von Klima und Energie (35 Prozent) und Innere Sicherheit (13 Prozent).

Als Informationsquellen werden häufig das Fernsehen (oft: 33 Prozent, manchmal: 34 Prozent) und Printmedien wie Zeitungen und Magazine (oft: 24 Prozent, manchmal: 30 Prozent) angegeben. Unter den Internetnutzern greifen 82 Prozent auf die Websites von Nachrichtenmedien (Zeitung, Fernsehen) zurück, bei den 14- bis 29-Jährigen nutzen viele zudem Blogs, soziale Medien und Youtube.

Bürger wollen mit entscheiden

Je nach Forschungsrichtung sind die Deutschen vertrauensvoll bis misstrauisch. Beim Thema Erneuerbare Energien wird Wissenschaftlern überwiegend geglaubt (53 Prozent, wobei Jüngere hier mehr Vertrauen haben als Ältere), bei der Grünen Gentechnik sinkt dieser Wert auf 17 Prozent.

Bemängelt wird, dass Wissenschaftler die Öffentlichkeit zu wenig über ihre Arbeit informieren (39 Prozent). Und sogar 46 Prozent sind der Ansicht, dass die Bürger nicht ausreichend in Entscheidungen über Forschung einbezogen werden. „Menschen wollen mitreden, mitdenken und mitmachen“, kommentierte Markus Weißkopf, Geschäftsführer von „Wissenschaft im Dialog“, die Umfrage. „Wir ermutigen sie, sich zu beteiligen, und wir sehen, dass es funktioniert: bei unseren interaktiven Diskussionsformaten oder in Citizen-Science-Projekten.“ Zum Thema Flüchtlinge geht aus der Umfrage hervor, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in der Berichterstattung über sie nach Meinung der Bürger zu wenig berücksichtigt werden.

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