Wissen : Uni-Chefs hängen an Aufsichtsräten Rektoren im Süd-Westen gegen grün-rote Pläne

Die Hochschulleitungen in Baden-Württemberg sind dagegen, dass die neue Regierung die Aufsichtsräte der Hochschulen abschafft: „Die Aufsichtsräte funktionieren sehr gut, und die Hochschulleitungen sind mit ihnen sehr zufrieden“, sagte Horst Hippler, Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) dem Tagesspiegel auf Anfrage. Hippler spricht für die Landesrektorenkonferenz Baden-Württembergs, die am Freitag zusammenkam, um über den Koalitionsvertrag der zukünftigen Regierung zu sprechen. Die Koalition plant, die mit viel Macht (etwa bei der Präsidentenwahl) ausgestatteten Hochschulräte durch Beiräte zu ersetzen, die die Hochschulen nur noch beraten. „Wenn die Mitglieder keine Entscheidungskompetenz haben, werden wir auch keine herausragenden Persönlichkeiten mehr für das Gremium gewinnen“, sagte Hippler.

Mit Skepsis sehen die Hochschulleitungen die Ankündigung der Koalition, mehr unbefristete Mittelbaustellen schaffen zu wollen: „Wenn das auf Kosten der Doktorandenstellen ginge, wäre es ein Riesenproblem. Dann können wir hier fast keine Forschung mehr machen.“ Seit 1996 hätten die Hochschulen zehn Prozent ihrer Stellen abschmelzen müssen, hauptsächlich zulasten des Mittelbaus. Zusätzliche Stellen seien also wünschenswert, aber auch „richtig teuer“. Da die neue Regierung aber schon die abgeschafften Gebühren ausgleichen wolle, werde sie kaum Spielräume haben. Hippler zweifelt auch daran, dass es der Regierung gelingt, die Gebühren wie versprochen schon zum Jahr 2012 abzuschaffen. Es gebe eine Menge offener Fragen, wie die, ob Studierenden, die für die Gebühren einen Kredit aufgenommen haben, dieser jetzt erlassen werden soll – was aber jene Studierenden benachteiligen würde, die sofort gezahlt haben.

Bis die Regierung ihren Haushalt nicht festgezurrt habe, würden die Hochschulleitungen darum „gelassen“ auf den Koalitionsvertrag blicken. Auf der Wunschliste der Leitungen der Universitäten stünde jedenfalls das Berufungsrecht, und dass das Land die Energiekosten wie bei den Fachhochschulen trägt. akü

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