Uni Frankfurt : Geld für den Campus

Was Staat und Banker stiften Startbilanz: Hochschule rechnet mit 120 Millionen.

Drei Monate nach ihrer Umwandlung in eine Stiftungshochschule hat die Universität Frankfurt am Main ihre Startbilanz vorgelegt: Sie rechnet demnach mit einem Kapitalgrundstock von 120 Millionen Euro. Der größte Anteil dieses Geldes, rund 85 Millionen Euro, stammt allerdings aus öffentlichen Kassen und nicht von privaten Stiftern. Das Land gibt 20 Millionen Euro als Grundstock. Zudem verdoppelt es jeden von anderer Seite eingeworbenen Betrag bis zu einer Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro. Die Summe ist nahezu ausgeschöpft, nachdem diese Zusage auch für eine Zuwendung von 15 Millionen Euro der Stadt Frankfurt gilt. Die größte private Stiftung stammt aus dem Nachlass des Frankfurter Bankier-Ehepaares Gertrud und Alfons Kassel und beläuft sich auf rund 32 Millionen Euro.

„Wir greifen noch einmal in die Landeskasse“, sagte Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU), „das Land Hessen steht zu seinem Wort.“ Beim Engagement des Landes sei aber nun „eine gewisse Obergrenze“ erreicht, auch mit Blick auf andere Hochschulen. „Es hat keinen Sinn, wenn in Hessen eine Neidkampagne über die Universität Frankfurt reinbricht“, sagte Weimar. Die Landesmittel für die Stiftungsuniversität stammen aus Erlösen des Verkaufs eines innerstädtischen Hochschul-Campus, der zugunsten anderer Standorte aufgegeben wird.

Uni-Präsident Rudolf Steinberg sprach 88 Tage nach Start der Stiftungsuniversität von einer Initialzündung. Weitere Stiftungen Privater seien auf dem Weg. „Unsere Spielräume werden größer“, sagte er. Mit Geld aus dem Vermögen seien bereits wichtige Wissenschaftler gehalten und angeworben worden. Projekte in der Forschung würden angeschoben.

Steinberg verwies zudem auf die Autonomie der als Stiftung öffentlichen Rechts organisierten Universität. Derzeit führe man Gespräche über einen Tarifvertrag, der die Bedürfnisse von Wissenschaftlern berücksichtige.

In einer ihrer ersten Autonomie-Entscheidungen hatte die Universität im Januar Bewerber mit Fachhochschulreife vom Studium ausgeschlossen und sich damit von einer hessischen Besonderheit in der Hochschulzulassung verabschiedet. Studenten, SPD und Grüne hatten der Universität drauf einen falschen Elitebegriff vorgeworfen. (fvb)

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