Wissen : Uni Potsdam kämpft gegen Sparauflagen Präsidentin Kunst: 130 Stellen sind gefährdet

Die Präsidentin der Universität Potsdam, Sabine Kunst, hat die Sparauflagen für ihre Hochschule scharf kritisiert. Die Einsparungen von 6,5 Millionen Euro, die das Land über die Uni verhängt hat, gefährdeten Investitionen und Vorhaben in Forschung und Lehre, schreibt Kunst in einer internen Rundmail vom Donnerstag an alle Angehörigen der Universität, die dem Tagesspiegel vorliegt. Der Einsparbetrag entspreche rechnerisch 130 Stellen für Mitarbeiter in Forschung und Lehre.

Die Mittelkürzung durch die Landesregierung ist zum einen Folge der Anfang Juni verhängten Haushaltssperre. Die Uni Potsdam verliert dadurch in diesem Jahr zwei Millionen Euro. Zum anderen muss die Hochschule 4,5 Millionen Euro aus der sogenannten Rücklage abgeben. Rücklagen seien reguläre Haushaltsmittel des Landes, die zeitverzögert an die Uni überwiesen wurden und deshalb auf das Folgejahr übertragen werden, erklärt Kunst. „Die beschlossenen Haushaltskürzungen stellen eine Verletzung des zwischen der Landesregierung und der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz im Januar 2007 geschlossenen Hochschulpakts dar“, schreibt die Präsidentin in der Mail, mit der sie sich in den Sommerurlaub verabschiedet. Auf der Grundlage des Hochschulpakts konnten die Universitäten auch die Rücklagen bilden. Kunst fordert die rot-rote Landesregierung auf, die im Koalitionsvertrag gegebene Zusage einzuhalten, Ausgaben für Wissenschaft und Forschung Priorität zu geben.

Brandenburgs Wissenschaftsstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) hat die Kritik zurückgewiesen. Der einmalige Eingriff in die Rücklagen stelle keine Gefahr für wissenschaftliche Vorhaben dar, die Hochschulen hätten Planungssicherheit, zumal der Hochschulpakt auch 2011 fortgeführt werde, sagte Gorholt im Interview mit den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (Freitagsausgabe). -ry

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