Universität der Künste : Der Studiengang Bühnenbild

Kathrin Steuer

Ausgesprochen ruhig ist es in den Räumlichkeiten des Studiengangs Bühnenbild. Kein Hobeln, kein Sägen ist zu hören. In einem Raum sitzen drei Studenten und schauen konzentriert auf eine Wand, die über und über mit Skizzen behangen ist, kleine Modelle stehen davor. Änderungsvorschläge werden gemacht, Ideen erklärt und dann wird aufs Neue überlegt.

Hier werden keine großen Kulissen gebaut: Es geht um die Ideenfindung, um die Vorarbeit. Richtige Bühnen-Schauplätze errichten die Studenten vor allem bei den diversen Kooperationen des Studiengangs – zum Beispiel werden sie die szenische Gestaltung der Kurzopern-Reihe K.O. übernehmen, die Anfang Oktober im „HAU1“ inszeniert werden. In den drei Kurzopern von Tomás Bretón, Ruperto Chapí und Federico Chueca geht es um heimliche Affären, eifersüchtige Liebhaber und rachlustige Ehefrauen. Um sie auf die Bühne zu bringen, sind viele Kooperationspartner beteiligt: Die Dirigier-, Regie-, und Gesangsstudierende der Hochschule für Musik Hanns Eisler und der UdK machen mit, ebenso die Komische Oper Berlin.

„Kooperationen dieser Art sind sehr wichtig“, sagt Studiengangsleiter Hartmut Meyer. „Die Studenten sammeln praktische Erfahrungen und bauen sich schon während des Studiums ein Netzwerk auf.“ Kontakte und Erfahrungen, die gerade für junge Bühnenbildner von großer Bedeutung sein können: Bei der späteren Suche nach Stellen oder Aufträgen ist es ein großer Vorteil, wenn man auf bereits gebaute und genutzte Bühnenbilder verweisen kann.

In der Hochschule für Musik Hanns Eisler, so der Studiengangsleiter, habe man einen guten Partner gefunden: Die jungen Bühnenbildner können mit den dortigen Regiestudenten zusammenarbeiten – und so die Denkweise der jeweils anderen kennen lernen.

Ziel des Studiengangs ist aber auch, seine Arbeit in Worte fassen zu können, um sich Fachunkundigen verständlich zu machen und gut zu vermarkten. Auch das sei eine Schlüsselqualifikation, meint Hartmut Meyer. Ihre Projekte und Seminararbeiten stellen die Studenten im Zuge des diesjährigen Rundgangs vor. Mit Modellen, Skizzen und vielen weiteren Materialien werden hier Arbeitsschritte nicht nur dargestellt, sondern auch von den Machern selbst erklärt. Dadurch bietet sich hier die seltene Gelegenheit, einen Einblick in das komplexe und facettenreiche Arbeiten junger Bühnenbildner zu erhaschen. Kathrin Steuer

Semesterausstellung der Bühnenbildklasse, 19. Juli 16-21 Uhr, 20. Juli 12-21 Uhr, Lietzenburger Straße 45, Raum 005-010.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben