Universität der Künste : Der Studiengang Mode präsentiert sich neu

Kathrin Steuer

Was macht eine Modemetropole aus? Es ist eine Stadt, in die Modemacher gerne kommen, sich austauschen und inspiriert werden. Immer wieder wird Berlin in einem Atemzug mit den Großen der Modelandschaft wie Paris, Mailand und London genannt. Dennoch: Berlin ist anders.

„Berlin hat ein unglaublich reiches kulturelles Angebot, es wirkt echt und authentisch“, so der Leiter des Studiengangs Mode an der UdK, Stephan Schneider. „Es ist ein Ort, an dem sich Künstler noch ausprobieren können."

Gerade dieser besondere, eigenwillige Charakter Berlins macht auch den Studiengang Mode aus. Anders als an anderen Modehochschulen können hier die Studenten ihre Fächer sehr frei wählen und mit anderen Kunstformen experimentieren. Dadurch kann es passieren, dass sich ein Modestudent über ein Semester lang mit visuellen Medien und Industrial Design beschäftigt. „Auch diese Einflüsse müssen ausgereizt werden“, meint Schneider.

Vieles hat sich in den vergangenen zwei Jahren im Studiengang getan, seit Vivienne Westwoods Herrschaft zu Ende gegangen ist. Seit Anfang des Jahres gibt es nicht mehr eine maßgebende Figur – ein Triumvirat aus Valeska Schmidt- Thomson, Stephan Schneider und Grit Seymour leitet den Studiengang. Das sei zeitgemäß, erklärt Schneider: Ikonenhafte Größen der Modewelt wie Westwood entsprächen einfach nicht mehr dem Alltag der Modewelt. Durch ihren unterschiedlichen künstlerischen Werdegang ermöglichen die drei Leiter den Studenten die Freiheit sich selbst zu entdecken und zu entfalten.

Diese Vielfalt konnten die Studenten Mitte des Monats, vom 12. bis zum 15. Juli, während der Mercedes Benz Fashion Week unter Beweis stellen. Als Höhepunkt des Wochenendes konnten 50 der angehenden Modemacher, auch die unteren Semester, ihre Designs in einer großen Show vorstellen. Für das Make-up der Models der UdK-Studenten war Boris Entrup verantwortlich, bekannt aus der ProSieben Sendung „Germany's Next Top Model“.

Und auch das sei typisch Berlin, meint Schneider: diese Offenheit auch junge Talente ins Rampenlicht zu bringen. Darüber hinaus ist es aber auch nur in einer Stadt wie dieser denkbar, dass die Mercedes Benz Fashion Week ihre Tore auch für die breite Öffentlichkeit öffnet. In Paris oder Mailand bleibt man immer noch gerne unter sich.

Stephan Schneiders Fazit: „Man entscheidet sich eben nicht nur für einen Studiengang, sondern immer auch für eine Stadt.“ Kathrin Steuer

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