Universität : Humboldts große Feiern

Was die HU für ihr Jubiläum 2010 plant

Uwe Schlicht

Im Foyer der Humboldt-Universität hängt seit den Zeiten der DDR die berühmte Feuerbach-These von Karl Marx: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ Im Jahr 2010 feiert die Humboldt-Universität ihr 200. Jubiläum und gedenkt dabei des Gründungskonzepts, das Wilhelm von Humboldt maßgeblich formuliert hat. Zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten sollen Künstler im Foyer eine Lichtinstallation vorbereiten, mit der ein Kontrapunkt zu dem Marxzitat gesetzt werden soll. Die Unabhängigkeit der Universität steht dabei im Mittelpunkt. Schließlich war das Marxzitat im Foyer Ausdruck einer Universität, die bis zur Wende von der SED beherrscht wurde. Das Festprogramm wurde gestern im Akademischen Senat (AS) der HU vorgestellt.

Am 15. April 2010 wird eine große Ausstellung zur Wissenschaftsgeschichte eröffnet. Im Mai und Juni 2010 veranstaltet die Humboldt-Uni an sechs Orten in der Stadt öffentliche Seminare, Diskussionsrunden und Schülerlabore. Eine Konferenz mit internationaler Beteiligung vom 7. bis 9. Oktober 2010 soll verdeutlichen, in welchem Umfang die Humboldt’sche Idee von der modernen Universität Modell für Hochschulreformen in aller Welt gestanden hat. Die Studenten werden sich bereits im Oktober des nächsten Jahres mit einer Dia-Show im Konzerthaus zu ihrer Universität äußern.

Wie es bei großen Jubiläen die Regel ist, kommen die Wissenschaftsorganisationen aus diesem Anlass nach Berlin: Die Hochschulrektorenkonferenz hält ihre Jahrestagung im Mai 2010 ab; die Deutsche Forschungsgemeinschaft veranstaltet ihre Jahrestagung im Juli in der HU; der Deutsche Akademische Austauschdienst tagt gleich zweimal in der HU – im März 2010 mit seinen Stipendiaten, und im Juni hält er die Mitgliederversammlung ab. Auch der Historikerverband lässt es sich nicht nehmen, seine Jahrestagung im September 2010 in der HU abzuhalten.

Die Festwoche zum Jubiläum findet vom 6. bis 15. Oktober 2010 statt, mit einem Festakt im Konzerthaus zusammen mit der Charité und der Berlin-Brandenburgischen Akademie, die ihrerseits Jubiläen feiern. Die Philharmonie ist Ort eines Festkonzertes und in der Marienkirche wird ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Für den 24. November 2010 ist ein Universitätsball angesetzt.

Das Programm ist so umfangreich – und wird noch laufend ergänzt –, dass man sich fragen muss, wie in dieser Zeit die Studenten zum Studieren und die Wissenschaftler zum Forschen kommen sollen. Was das alles kosten wird, wurde im AS nicht erörtert. Aber die Humboldt-Universität ist auf Sponsoren angewiesen. Erste Gelder von Spendern flössen bereits jetzt, hieß es. Uwe Schlicht

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