Ununtrium, Ununpentium, Ununseptium und Ununoctium : Vier neue chemische Elemente entdeckt

Forscher aus Japan, Russland und den USA haben vier superschwere Elemente entdeckt. Diese wurden nun offiziell anerkannt. Fehlt nur noch ein schöner Name.

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Entdecker. Kosuke Morita, Leiter des Riken-Teams, zeigt ein Periodensystem mit dem von ihm und seinen Mitstreitern entdeckten Element 113.
Entdecker. Kosuke Morita, Leiter des Riken-Teams, zeigt ein Periodensystem mit dem von ihm und seinen Mitstreitern entdeckten...Foto: AFP

Das Periodensystem der Elemente, die Ikone aller Chemiker, ist noch ein bisschen schöner geworden. Vier neue Elemente hat die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) offiziell anerkannt. Damit ist die siebte Reihe des Periodensystems endlich komplett. Fragt sich nur, was leichter ist: die Elemente herzustellen oder ihren Namen auszusprechen.

Eines der Elemente könnte "Japonium" heißen

Ununtrium, Ununpentium, Ununseptium und Ununoctium (steht für die Ordnungszahlen 113, 115, 117 und 118) – das kommt einem kaum über die Lippen, geschweige denn ist es auch nur im Entferntesten schön oder inspirierend wie etwa Xenon, Indium oder Zirconium. Die sperrigen Namen sind glücklicherweise nur Arbeitstitel, die an der Entdeckung beteiligten Forscher sind nun aufgefordert, eingängige Bezeichnungen sowie zugehörige Symbole aus je zwei Buchstaben zu finden.

Nach den Vorgaben der IUPAC können die Elemente nach einer Stadt, einem Land oder Forscher benannt werden, auch Namen aus einer Mythologie sind möglich. Entscheidend ist, dass die Bezeichnung einigermaßen konsistent ist mit den übrigen Namen und gut in andere Sprachen übersetzt werden kann. Für Element 113 zum Beispiel, das vor zwölf Jahren erstmals in Japan entdeckt wurde, kursierte damals der Vorschlag „Japonium“. Gut möglich, dass es so kommt, denn dem japanischen Forscherteam vom Riken-Zentrum wurde nun das Vorschlagsrecht zugesprochen. Für die übrigen Neulinge im Periodensystem haben russische und US-Wissenschaftler aus dem Nuklearforschungszentrum Dubna, dem Lawrence Livermore und dem Oak Ridge National Laboratory den Vorrang erhalten.

Jenseits von Element 120 dürfte kaum etwas zu finden sein

Sie alle haben harte Arbeit geleistet und auch das nötige Glück gehabt. Denn die „superschweren“ Elemente kommen in der Natur nicht vor und entstehen nur für Sekundenbruchteile in Teilchenbeschleunigern, wenn zwei Atomkerne miteinander verschmelzen – alsbald zerfallen sie wieder in leichtere Elemente. Mitunter vergehen Jahre, bis es gelingt, ein paar der kurzlebigen Atome nachzuweisen.

Längst jagen die Wissenschaftler den Elementen 119 und 120 nach. Noch schwerere dürften nach Ansicht von Experten kaum herzustellen sein.

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