Wissen : Ursache für erhöhte Leukämierate in der Nähe von Atommeilern noch unklar

Eine Analyse, in die Studien aus sieben Ländern einbezogen wurden, hat eine rechnerisch erhöhte Blutkrebsrate bei Kindern in der Nähe von Atomkraftwerken festgestellt. Allerdings finden die Forscher um Peter Baker von der Medizinischen Universität von South Carolina in Gulph Mills keinen Beleg dafür, dass die Atommeiler selbst die Ursache für die erhöhte Zahl von Leukämiefällen sind.

Im Fachblatt „European Journal of Cancer Care“ (Band 16, S. 355) präsentieren die Wissenschaftler ihre mathematische Auswertung von 17 Studien aus sieben Ländern. Bei Kindern bis zu neun Jahren ist die Leukämierate demnach in der Nähe von Kernkraftwerken um 14 bis 21 Prozent erhöht. „Vorsicht ist bei der Interpretation dieser Ergebnisse geboten“, so die Autoren in ihrer Veröffentlichung. „Die Meta-Analyse konnte eine Erhöhung der Kinderleukämie in der Nähe von Nuklearanlagen zeigen, stützt jedoch keine Hypothese zur Erklärung dieses Überschusses.“

Speziell hätten Studien, die die Reaktion des Organismus auf verschieden hohe Strahlenbelastungen untersuchten, keine erhöhten Raten nahe Nuklearanlagen gezeigt. „Es ist auch möglich, dass Umweltfragen involviert sind, die wir noch nicht verstehen.“ Ein statistisches Problem könne in der meist kleinen Zahl der Betroffenen liegen, erläuterte Baker. „Leukämie im Kindesalter ist ein seltenes Leiden.“ Zudem stünden Nuklearanlagen gewöhnlich in dünn besiedelten Gegenden. dpa

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