Wissen : Ursprung von Gammablitzen aufgeklärt

Sie leuchten wenige Sekunden auf und keiner weiß, warum: Gammablitze im All. Potsdamer Forscher haben jetzt ein entscheidendes Verbindungsstück entdeckt, ein Mega-Magnetfeld, das Ordnung ins überirdische Chaos bringt.

Fest stand bislang: Wenn zwei ausgebrannte Sterne verschmelzen, entsteht ein „Jet“ genannter Gasstrom. Aus dem schießt ultrahoch erhitzte Materie in zwei gebündelten Strahlen ins All, die bis zu drei Sekunden lang im Gammastrahlenbereich aufleuchten. Wissenschaftler um Luciano Rezzolla vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik haben nun erstmals den gesamten Prozess berechnet. Sechs Wochen arbeitete ihr Supercomputer an der Simulation, die zeigt, was in 35 Millisekunden passiert.

Zwei rund 20 Kilometer große Sternleichen kollidieren und werden zu einem Schwarzen Loch, dieses dreht sich und wird von einem Ring aus heißer Materie sowie einem vergleichsweise schwachen, chaotischen Magnetfeld umgeben. Aufgrund der Drehbewegung entsteht laut Studie ein extremes Magnetfeld, das im rechten Winkel zu dem Materiering steht. Dieses Feld, zehn Billiarden Mal so stark wie das der Erde, bringt Ordnung in das Chaos und ermöglicht so die Ausbildung des Jets und der Gammablitze. dpa

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