Verhaltensforschung : Großzügig nur unter Beobachtung

01.11.2012 00:00 Uhr

Kinder ahnen, was einen „guten Ruf“ ausmacht. Das zeigt eine Studie, bei der sich Fünfjährige nur dann großzügig zeigten, wenn sie bei ihren Handlungen beobachtet werden.

Das haben US-Wissenschaftler in Experimenten herausgefunden, in denen sie Kindern kleine Geschenke gaben und dann ihr Verhalten beobachteten. Die Untersuchung zeige, dass schon kleine Kinder sich nach einer gewissen Strategie sozial verhalten – und zwar lange, bevor sie sich darüber bewusst werden, wie wichtig zum Beispiel ein „guter Ruf“ im Zusammenleben ist, schreiben die Forscher im Journal „Plos One“.

Kristin Leimgruber und ihre Mitarbeiter von der Yale-Universität in New Haven teilten in ihrer Untersuchung 64 fünfjährige Mädchen und Jungen in Zweierpaare ein. Die Forscher erklärten ihnen, dass sie bei einem Spiel mitmachen, bei dem sie Aufkleber sammeln können, die sie am Ende gegen einen Preis eintauschen können.

Ein Fünfjähriger hatte nun jeweils die Gelegenheit, kleine Aufkleber zwischen sich und seinem Teampartner aufzuteilen. In einem Versuch bekam er selbst zum Beispiel vier Sticker und konnte dann entscheiden, wie viele Aufkleber er seinem Gegenüber abgibt. Die Sticker lagen in einer Box und wurden durch das Ziehen eines Hebels verteilt.

Die Kinder verhielten sich immer dann großzügig, wenn der Spendenempfänger sie beim Verteilen sehen konnte. Verhinderten die Wissenschaftler den Sichtkontakt, gaben sie dem anderen weniger Sticker. Das Gleiche passierte, wenn die Forscher die Sticker in einer undurchsichtigen Box ablegten, deren Inhalt nur der Verteiler kannte: Auch dann waren die Kinder weniger großzügig.

Den genauen Grund für das gezeigte strategische soziale Verhalten kennen die Forscher noch nicht. Die Kinder verhielten sich jedoch ziemlich genau wie die Großen: Auch Erwachsene sind Studien zufolge vor allem dann großzügig, wenn ihre Umwelt davon etwas mitbekommt und wenn ihr Ansehen dadurch steigt. Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass die Kinder eventuell noch weniger großzügig handelten, weil sie ihnen das Experiment als „Spiel“ vorstellten. dpa

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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