Verordnungsentwurf : Wer zuerst gegen Schweinegrippe geimpft wird

Im Herbst startet die größte Impfaktion seit 50 Jahren. Wer zuerst vor der Amerikanischen Grippe geschützt wird, regelt eine Verordnung.

Der Verordnungsentwurf sieht vor, dass die Krankenkassen die Versicherten bestimmen und benachrichtigen, die bei der ersten Impfwelle dabei sollen. Gedacht ist an Patienten mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten oder schwerer Fettleibigkeit.

Auch Patienten mit Multipler Sklerose, die an durch Infektionen ausgelösten Schüben leiden, Menschen mit Immundefekten, HIV-Infizierte und Schwangere sollen zuerst geimpft werden. Die Auswahl wird auf der Basis der Diagnosen getroffen, die die Ärzte mit der Abrechnung einreichen.

Auch die Beschäftigten in Krankenhäusern, Praxen, Pflege- und Reha-Einrichtungen, Krankentransportunternehmen und Gesundheitsämtern werden gegen die Amerikanische Grippe geimpft, ebenso Polizisten und Feuerwehrleute.

Das neue Virus vom Typ H1N1 ist sehr ansteckend, allerdings verlaufen die meisten Erkrankungen bislang glimpflich und mit recht milden Symptomen. Der Marburger Virologe Hans-Dieter Klenk warnte allerdings davor, dass sich der Erreger durch eine Mutation verändern könnte: "Das Virus scheint sein Potenzial, was Gefährlichkeit und Anpassung an den Menschen angeht, noch nicht voll ausgeschöpft zu haben", sagte er.

Klenk gehört zur Sektion Mikrobiologie und Immunologie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle, die am Freitag eine Stellungnahme zur Amerikanischen Grippe abgab. Dringend nötig seien Impfstoffe in großen Mengen, heißt es darin auch.

Die Impfaktion der Bevölkerung, die frühestens im Herbst beginnen kann, ist die umfangreichste seit fast 50 Jahren. Die Impfungen gegen das H1N1-Virus sind freiwillig. Bislang ist die Vakzine allerdings noch nicht erprobt und für den Markt zugelassen.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, sp, dal

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