Versorgung von Beamten : Berlins Unis vor hohen Pensionslasten

Die Berliner Hochschulen müssen immer mehr Geld für die Pensionen ihrer Beamten ausgeben. Bis zum Jahr 2025 werden die Zahlungen weiter stark ansteigen.

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Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin an der Straße des 17. Juni.
Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin an der Straße des 17. Juni.Foto: Ulrich Dahl/Technische Universität Berlin

Die Pensionslasten der Berliner Hochschulen sind in den vergangenen Jahren um mehrere Millionen Euro gestiegen – und werden künftig noch stärker wachsen. Das geht aus der Antwort der Wissenschaftsverwaltung auf eine Anfrage von Anja Schillhaneck von den Grünen hervor. Demnach gab die Freie Universität im Jahr 2014 gut 48 Millionen Euro für die Pensionen ihrer Beamtinnen und Beamten aus, was fast fünf Millionen Euro mehr als noch 2010 sind. Die TU musste knapp 41 Millionen Euro aufwenden (plus drei Millionen Euro). An der Humboldt-Universität stiegen die Kosten von gut neun Millionen auf gut 13 Millionen Euro. Die Pensionslasten sind an der HU geringer, weil hier der größte Teil des Personals erst nach der Wende eingestellt wurde.

Die Universität der Künste gab 13,7 Millionen Euro aus (was in etwa dem Stand von 2010 entspricht). Von den Fachhochschulen leistet die Beuth-Hochschule die meisten Pensionszahlungen: 12,7 Millionen Euro im Jahr 2014, fast drei Millionen Euro mehr als 2010. An der Hochschule für Wirtschaft und Recht waren es 4,3 Millionen Euro, ein Plus von knapp einer Million Euro. Die größte Berliner Fachhochschule, die Hochschule für Technik und Wirtschaft, hat mit 2,4 Millionen vergleichsweise niedrige Kosten, sie wurde aber erst 1994 gegründet. Dafür verdoppelten sich an der HTW die Zahlungen zwischen 2010 und 2014 fast.

Der Anteil der Pensionen am Landeszuschuss liegt bei 13 Prozent

Die Pensionen müssen die Hochschulen aus ihren Landeszuschüssen zahlen, im Schnitt liegt der Anteil der Pensionen am Zuschuss bei 13 Prozent. Die Werte variieren dabei leicht: An der FU macht der Anteil 16 Prozent aus, an der TU 14 Prozent, an der HU – wegen der insgesamt niedrigeren Pensionen – dagegen nur sechs Prozent. An der TU und der UdK sind die Pensions- und Versorgungsleistungen bereits so groß, dass die Ausgaben für pensionierte Beamtinnen und Beamte – das sind meistens die Professoren – höher sind als für aktive.

In den kommenden zehn Jahren werden die Hochschulen noch deutlich mehr für Pensionen aufwenden müssen. Das zeigen Prognosen für das Jahr 2025. Die HU geht von einer Verdopplung auf fast 29 Millionen Euro aus, die TU von einem Sprung auf fast 54 Millionen Euro. Für die FU gibt es keine Prognose.

Für Schillhaneck stellt sich angesichts der steigenden Ausgaben die Frage, ob es besser wäre, dass die Hochschulen pensionierte Beamte künftig quasi an das Land „zurückgeben“ und nicht mehr aus den Landeszuschüssen bezahlen: „Man sollte über einen Schnitt nachdenken.“ Dann würde auch weniger verschleiert, dass von den Zuschüssen ein großer Teil bereits für Personal und Pensionen gebunden und für die Hochschulen nicht frei verfügbar ist.

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