Wissen : Viel mehr Galaxien als gedacht Gerade alte Galaxien werden selten gefunden

Im Universum gibt es einer Studie zufolge viel mehr Galaxien als bislang bekannt. Von den sehr weit von der Erde entfernten Galaxien könnten bislang bis zu 90 Prozent übersehen worden sein, schreibt ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Nature“ (Band 464, Seite 562). „Astronomen wussten schon immer, dass sie einen Teil der Galaxien übersehen“, sagte der Hauptautor Matthew Hayes von der Universität Genf. „Zum ersten Mal können wir das nun messen.“ Bei der Suche nach Galaxien wurde den Autoren zufolge bislang in der Regel nach einem gewissen Spektrum ultravioletten Lichts gesucht, der sogenannten Lyman-Alpha-Strahlung. Bei sehr weit entfernten und damit sehr alten Sonnensystemen erreicht das Licht allerdings häufig nicht die Erde, weshalb viele Galaxien den Wissenschaftlern entgingen.

Hayes und sein Team nutzten für ihre Untersuchung mit dem „Very Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte in Chile eines der größten Observatorien der Welt und untersuchten einen relativ gut erforschten Ausschnitt des Universums auf der Suche nach etwa zehn Milliarden Jahre alten Galaxien. Dabei suchten sie zuerst mit der herkömmlichen Methode. In einem zweiten Schritt forschten sie mit einer Spezialkamera nach Strahlen der Wellenlänge 656 Nanometer. Dabei handelt es sich um eine Spektrallinie, die von Wasserstoffatomen erzeugt wird und deshalb auch als „Hydrogen-Alpha-Strahlung“ bezeichnet wird. Dabei entdeckten die Forscher zahlreiche Galaxien, die mit der ersten Methode nicht gefunden werden konnten.

„Jetzt, wo wir wissen, wie viel Licht wir bislang übersehen haben, können wir viel genauere Karten des Kosmos erzeugen“, sagt Mitautor Miguel Mas-Hesse. „So können wir besser verstehen, wie schnell sich Sterne zu verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte des Universums entwickelt haben.“ AFP

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