Viele Bewerbungen für Numerus-Clausus-Fächer : Gefragte Berliner Unis

An den Berliner Hochschulen sind wieder deutlich mehr Bewerbungen für Numerus-clausus-Fächer eingegangen als es Plätze gibt - allerdings ist der Andrang nicht ganz so hoch wie früher. Das hat mehrere Gründe.

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An der TU Berlin sind beliebte Fächer Architektur und Wirtschaftsingenieurwesen. Foto: TU Berlin/Böck
An der TU Berlin sind beliebte Fächer Architektur und Wirtschaftsingenieurwesen.Foto: TU Berlin/Böck

An den Berliner Hochschulen sind für das Wintersemester wieder deutlich mehr Bewerbungen für Numerus-clausus-Fächer eingegangen, als Studienplätze vorhanden sind. Die Zahl ist im Vergleich zu den Vorjahren aber ein wenig zurückgegangen. Das gilt vor allem für die drei großen Universitäten, wie eine Umfrage des Tagesspiegel unter den Hochschulen ergibt.

So erhielt die Freie Universität für die grundständigen Fächer 29 030 Bewerbungen, also im Schnitt gut acht Bewerbungen für jeden der 3526 Studienplätze in NC-Fächern. Im vergangenen Jahr waren es 31 754 Bewerbungen. An der Technischen Universität gingen im Bachelor für 2463 NC-Studienplätze rund 11 600 Bewerbungen ein, ein Rückgang von etwa zehn Prozent. Die Humboldt-Universität zählte in grundständigen NC-Fächern für 3700 Studienplätze 36 218 Bewerbungen, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Zum Zeitpunkt der Erhebung hatte die HU noch nicht ausgewertet, wie viele Bewerbungen ungültig sind. Die Zahl könnte also noch etwas niedriger ausfallen.

Hat die Beliebtheit der Berliner Unis etwa auf einmal nachgelassen? Nicht unbedingt, ein wichtiger Grund für den leichten Rückgang ist vielmehr, dass TU und FU in diesem Jahr mehr NC-freie Fächer anbieten als zuvor. Für diese müssen sich Abiturienten gar nicht bewerben, sondern sie können sich direkt und unabhängig von ihrer Abiturnote einschreiben. Dementsprechend sinkt auch die Zahl der bewerbungspflichtigen zulassungsbeschränkten Studienfächer, was den Vergleich mit den Vorjahreszahlen aus Sicht der Universitäten nur eingeschränkt möglich macht. Die TU bietet inzwischen ein Viertel ihrer grundständigen Studienfächer ohne Zulassungsbeschränkung an, die FU hat neu kleinere Fächer wie Altertumswissenschaften, Frankreich- und Italienstudien oder Meteorologie vom Numerus clausus befreit.

Aus der TU ist zudem zu hören, dass sich der langsame Ausbau des bundesweiten Internetportals für die Hochschulzulassung bemerkbar mache: Die Zahl der Mehrfachbewerbungen nehme dadurch ab. Zu den nachgefragtesten Fächern an der TU gehören Architektur, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen. An der FU sind es wie im Vorjahr unter anderem BWL, Psychologie, Jura, Publizistik und Politikwissenschaft.

Etwas zurückgegangen sind die Zahlen auch an der größten Berliner Fachhochschule, der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW): von 11 500 auf jetzt 10 158 Bewerbungen im Bachelor. Die HTW bietet hier 1880 Studienplätze an.

Die Beuth-Hochschule hingegen meldet, man habe mehr Bewerbungen als im Vorjahr erhalten. Insgesamt gab es 10 407 Bewerbungen für Bachelor-Studiengänge. Allein für das Wirtschaftsingenieurwesen gingen 800 Bewerbungen für 44 Plätze ein. Beliebt sind auch Bauingenieurwesen (988 Bewerbungen auf 88 Plätze) und Architektur (1476 Bewerbungen auf 91 Plätze).

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