Viele Wege zum Ziel : Unions-Minister gegen „Einheitsschule“

Die Kultusminister in den unionsregierten Ländern bekräftigen ihre Ablehnung einer „Einheitsschule“: „Wir sind gegen die Retro-Pädagogik des 20. Jahrhunderts“, sagte Bayers Kultusminister Ludwig Spaenle.

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Foto: ddp

Gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Sachsen und Baden-Württemberg präsentierte Spaenle ein Thesenpapier zur Schulreform mit dem Titel „Individuelle Förderung statt Einheitsschule“. Das Ziel müsse sein, „die richtige Schule für jeden“ anzubieten und „Anschlussfähigkeit und Durchlässigkeit“ zu schaffen.

Die Unionsminister wollen damit aber nicht ausdrücken, dass sie auf das dreigliedrige System fixiert sind, das in den ostdeutschen Ländern ohnehin nicht existiert: „Die Gliedrigkeit interessiert uns nicht, wir sprechen von Differenziertheit“, sagte Baden-Württembergs Kultusministerin Marion Schick (CDU).

So würden die konservativen Länder vor allem auf die berufliche Bildung setzen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Diese dürfe gegenüber der allgemeinen Bildung nicht diskriminiert werden. Sie sei zwar nicht gleichartig, wohl aber gleichwertig. Schick sagte, in Baden-Württemberg würden 48 Prozent der Hochschulzulassungen nicht am allgemeinbildenden Gymnasium erworben.

„Standard“ soll es laut Schick sein, dass Schüler mit Behinderung im allgemeinbildenden System unterrichtet werden – worauf sie nach der UN-Behindertenkonvention auch einen Anspruch haben. Allerdings sei dies „kein Dogma“. Es werde weiter behinderte Schüler geben, die am besten an einer Förderschule ausgebildet werden können. Die Unions-Kultusminister bekennen sich zur Ganztagsschule. Diese dürfe aber nicht allen „als Zwangsbeglückung oktroyiert werden“.

Jedenfalls stehe fest, dass Hartz-IV-Kinder für ihre Nachhilfestunden nicht zur Bundesagentur laufen sollten, wie die Bundesregierung es plant: „Bildung gehört in die Schule“, sagte Spaenle. akü

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