Vier Schritte aus der Einsamkeit : So lässt sich der „soziale Schmerz“ lindern

Bertram Weiß

Der US-amerikanische Psychologe John Cacioppo von der University of Chicago bezeichnet die Einsamkeit als „sozialen Schmerz“ und betrachtet sie als natürliches Warnsignal der Psyche. Um dem schmerzlichen Gefühl der Isolation zu entrinnen, empfiehlt er vier Schritte. Er bezeichnet diese mit dem englischen Verb „ease“, was so viel bedeutet wie „lindern“:

Schritt 1: E = Erweitern des Aktionsradius. Wer sich einsam fühlt, läuft Gefahr, sich allzu passiv zu verhalten. Deshalb ist es besonders wichtig, aus eigenem Antrieb immer wieder nach Begegnungen zu suchen, wenn die Einsamkeit aufkeimt – und sei es nur ein Wortwechsel am Fahrkartenautomaten.

Schritt 2: A = Aktionsplan. Erst wer erlebt, dass das eigene Verhalten bisweilen eine freundliche Reaktion weckt, kann Mut fassen – und sich regelmäßig selbst in eine Gemeinschaft einbringen, etwa eine Theatergruppe, ein Basketballteam oder einen Chor.

Schritt 3: S = Selektieren. Einsamkeit schärft die Wahrnehmung für Signale der Mitmenschen. Doch um Worte oder Gesten richtig zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren, ist es wichtig zu spüren, welche Beziehung aussichtsreich ist – und welche bestenfalls als Ablenkung dient.

Schritt 4: E = Erwartung des Besten. Je freundlicher man auf andere zugeht, je eher man bereit ist, seine eigenen Empfindungen zu offenbaren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, ähnliche Reaktionen zu wecken. Um sich sympathisch präsentieren zu können hilft es, möglichst wenig vom Gegenüber zu erwarten – vor allem aber nur Gutes.

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben