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Vogelgrippe in China : Zahl der Infizierten steigt

Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Donnerstag, dass sich fünf weitere Menschen mit dem Virus H7N9 infiziert haben. Unterdessen feiert vor allem die Landbevölkerung Chinas das Totengedenkfest, bei dem den Ahnen auch Hühner und Enten dargebracht werden.

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Vogelgrippe. Im Osten Chinas stecken sich Menschen mit H7N9 an. Aber unter den Tieren der Region konnte das Virus noch nicht gefunden werden.
Vogelgrippe. Im Osten Chinas stecken sich Menschen mit H7N9 an. Aber unter den Tieren der Region konnte das Virus noch nicht...Foto: AFP

Damit haben sich nun 14 Menschen aus drei Provinzen und der Stadt Schanghai mit dem Virus H7N9 angesteckt, fünf sind gestorben - die Zahl der Vogelgrippe-Opfer im Osten Chinas steigt.

H7N9 war bisher nur bei Vögeln bekannt, das Virus hatte nie Menschen infiziert. Erste Analysen der Gensequenz der neuen Variante beunruhigen Forscher. Wie „Nature News“ berichtet, ähnelt die Struktur des Oberflächenmoleküls Hämagglutinin der von Virenstämmen, die Vögel kaum krank machen. Damit könnte sich das Virus unter Vögeln unbemerkt verbreiten. In dem Fall wäre es schwer, infizierte Tiere rechtzeitig zu töten – bevor sie weitere Menschen oder andere Säugetiere anstecken.

Bisher gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine Hinweise auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Sie kann aber ebenso wenig ausgeschlossen werden wie eine Infektion an der gleichen Quelle, heißt es in einem Statement des Robert Koch-Instituts in Berlin. Das Virus passt sich an Säugetiere an: „Es sieht nicht mehr wie ein Geflügelvirus aus“, sagte Richard Webby, vom WHO-Grippereferenzlabor im Krankenhaus St. Jude’s in Memphis der „Canadian Press“. Einem Gerücht widerspricht die WHO explizit: Die 16 000 toten Schweine, die im März in einem Fluss in Schanghai trieben, seien nicht an der Vogelgrippe verendet.

Das Virus konnte am Donnerstag erstmals in Tauben von einem Markt in Schanghai isoliert werden - ob es das Potenzial hat, eine Pandemie auszulösen oder so schnell wieder verschwindet, wie es aufgetaucht ist, kann derzeit niemand sagen.

Unterdessen beginnt in China das traditionelle Totengedenkfest Qingming. An dem Tag werden die Gräber gereinigt und hergerichtet. Außerdem bringt die Familie ihren Verstorbenen Opfer wie künstliche Geldscheine, Alkohol, Früchte und andere Speisen dar. Darunter sind auch zubereitete Hühner oder Enten. Insbesondere auf dem Land, wo das Fest besonders wichtig ist, schlachten die Familien das Geflügel selbst. Die Behörden warnen zwar gerade davor. "Aber es ist schwer, die ländliche Bevölkerung so schnell zu erreichen", sagt Klaus Mühlhahn, Sinologe an der Freien Universität Berlin.

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