VORGEBURTLICHE DIAGNOSTIK : Zwischen Hoffen und Bangen

Schon während der Schwangerschaft über das noch „unsichtbare“ Kind Bescheid zu wissen, kann beruhigen, aber auch belasten. Per Ultraschall können schon im ersten Schwangerschaftsdrittel durchscheinende Stellen im Nacken, Nackenfalten, Nasenbein, Extremitäten, Herz und Gefäße untersucht werden. In Kombination mit Hormonwerten im mütterlichen Blut geben sie Auskunft über Chromosomenstörungen. „Die 12. Schwangerschaftswoche ist ein wichtiger Zeitpunkt, zu dem man das Gros der Fehlbildungen schon erkennen kann“, sagt der Lübecker Gynäkologe Klaus Diedrich. Die Nackentransparenzmessung gehört allerdings nicht zu den Standard-Untersuchungen.

Nach den Mutterschaftsrichtlinien stehen in Deutschland allen Frauen routinemäßig drei Ultraschalluntersuchungen zu. Vor allem die zweite, zwischen der 19. und der 22. Woche, dient dem Suchen nach kindlichen Fehlbildungen und krankhaften Veränderungen des Mutterkuchens.

Tests am Gewebe aus der Plazenta (Chorionzottenbiopsie) sind ab der zehnten, Fruchtwasseruntersuchungen (Amniozentese) ab der 16. Woche möglich. Die Ergebnisse liegen also erst vor, wenn die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist. Der Arzt ist verpflichtet, über Sinn und Zweck der Untersuchungen ausführlich mit den werdenden Eltern zu sprechen.aml

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