Wissen : Vorlesungen im Wintersemester an der FU

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Im kommenden Wintersemester lädt das Programm „Offener Hörsaal“ alle Angehörigen der Hochschule sowie eine breite Öffentlichkeit im Rahmen der Universitätsvorlesungen zu vier spannenden Vortragsreihen ein. Der Gegensatz von „rein“ und „unrein“ ist nicht nur für das Verständnis vieler alter Kulturen entscheidend, sondern dient bis in die Gegenwart einer Grenzziehung zwischen Lebensbereichen wie beispielsweise zwischen Tod und Geburt, Gesundheit und Krankheit, Recht und Sakrileg oder Bezauberung und Entzauberung. Gerade moderne Künstler loten mit provokativen Akten der „Befleckung“ Übergänge und Grenzen aus. Mit dem Thema „UN/REINHEIT im Kulturvergleich“ beschäftigt sich eine der vier Universitätsvorlesungen, die von den beiden klassischen Philologen Bernd Seidensticker und Martin Vöhler sowie der Indologin Angelika Malinar konzipiert wurde.

Das Schillerjahr ist für den Germanisten Hans Feger Anlass genug, in der Universitätsvorlesung „Friedrich Schiller – die Realität des Idealisten“ Perspektiven der modernen interdisziplinären Schillerforschung aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Realismus in dem Idealismus des großen deutschen Dichters – ein Realismus, der weit über die Grenzen der Literatur hinaus in die Pädagogik, die Theater und Geschichtswissenschaften und die Rechts- und Musikwissenschaften Auswirkungen hat.

„20 Jahre Tschernobyl“ heißt eine weitere Universitätsvorlesung, die sich mit der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 beschäftigt. Der Unfall hatte verheerende Auswirkungen. Dennoch geraten die Risiken atomarer Großtechnologie und deren Folgen für Mensch und Natur zunehmend in Vergessenheit, worauf Lutz Mez, Geschäftsführer der Forschungsstelle für Umweltpolitik aufmerksam machen möchte.

Fragen nach der „Ästhetischen Autonomie?“ geht die vierte Universitätsvorlesung nach. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde das Konzept der ästhetischen Autonomie kritisch hinterfragt, verwischten zunehmend die Grenzen zwischen Kunst und Entertainment, Werbung, Politik und Lifestyle und schien die Politisierung von Kunstwerken nicht mehr mit einem absoluten Tabu belegt. Die von den beiden Kunsthistorikern Werner Busch und Carolin Meister sowie dem Germanisten und Romanisten Joachim Küpper konzipierte Universitätsvorlesung hat das Ziel, das Konzept Ästhetische Autonomie auf seine Relevanz für die heutige Situation der Künste und der Kunsttheorie zu hinterfragen. fva

Termine

Interessierte sind herzlich zu den öffentlichen und kostenfreien Vorlesungen an der Freien Universität eingeladen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Zum Semesterstart erscheinen ausführliche Programminformationen bei der Kommission Universitätsvorlesungen, Brigitte Werner, Kaiserswerther Str. 16-18, 14195 Berlin, Tel.: 030-838 73 535/501; Fax: 030-838 73 505. E-Mail: bwerner@zedat.fu-berlin. In Kürze steht das Programm im Internet unter www.fu-berlin.de/vv

„UN/REINHEIT im Kulturvergleich“ findet jeweils mittwochs von 18.15 Uhr bis 20 Uhr im Hörsaal 2, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin statt. Beginn: 2. November 2005.

„Friedrich Schiller – die Realität des Idealisten“ findet jeweils mittwochs von 14.15 Uhr bis 16 Uhr im Hörsaal 1, Habelschwerdter Allee 45, 14195 statt. Beginn: 26. Oktober 2005.

„20 Jahre Tschernobyl“ findet jeweils montags von 18. 15 Uhr bis 20 Uhr im Hörsaal 2, ebenfalls in der Habelschwerdter Allee 45 statt. Beginn: 17. Oktober 2005.

„Ästhetische Autonomie?“ findet jeweils montags von 18.15 Uhr bis 20 Uhr im Hörsaal des Kunsthistorischen Instituts, Koserstr. 20, 14195 Berlin statt. Beginn: 31. Oktober 2005. fva

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