Wahrsager : Die Sterne lieben Katastrophen

Enttäuschend aber kaum zu leugnen: Auch 2007 lagen die Wahrsager wieder falsch.

Wahrsager
Wahrsager lagen in diesem Jahr neben der Spur. -Foto: ddp

Sie sahen den Kreml in Flammen aufgehen, ein UFO vor dem Weißen Haus landen und Millionen Menschen bei Terroranschlägen in den USA sterben – und sie lagen falsch: Die dunklen Prognosen, die Wahrsager für das Jahr 2007 aufgestellt hatten, haben sich nicht bewahrheitet, wie die Analyse der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften“ (GWUP) ergab.

185 Weissagungen von Astrologen, Wahrsagern und Hellsehern hatte der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel im Auftrag der GWUP überprüft. Sein Fazit: „Sie konnten mit ihren Voraussagen keine Belege ihres Könnens liefern.“ Wie immer seien, so die GWUP, Naturkatastrophen, Terror und Kriege die Lieblingsthemen der Wahrsager gewesen, einen Schwerpunkt habe es nicht gegeben. Das war im Vorjahr anders, 2006 waren Prognosen zur Fussball-Weltmeisterschaft besonders beliebt. Dieses Jahr überwogen vage Aussagen. So warnte die Astrologin Elizabeth Teissier davor, dass die Menschen „zwischen Mitte Januar und Mitte Oktober mit Veränderungen wie Naturkatastrophen, wirtschaftlichen Turbulenzen und Anschlägen rechnen“ müssten. Mit solchen schwammigen Aussagen machen es sich die Hellseher leicht: „Da man so gut wie alles in sie hineininterpretieren kann“, sagt Kunkel, „findet sich im Nachhinein immer eine Nachricht, die irgendwie auf die Prognose passt.“ So rühmten sich manche Hellseher, die für das Jahr 2004 eine Naturkatastrophe prophezeit hatten, den Tsunami vorhergesehen zu haben.

Leicht zu prüfen sind dagegen die Prognosen vom Wahrsager Karsten Kröncke. Seit Jahren sagt der Freiburger voraus, ob der DAX an einem Handelstag steigt oder fällt. Für die ersten elf Monaten dieses Jahres belief sich seine Trefferquote auf nicht einmal 47 Prozent. Ebenso gut hätte er also würfeln können. rik/dpa

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