Warburg Medaille für Emanuelle Charpentier : Ausgezeichnete Erbgutveränderung

Beim Forschen an Bakterien entdeckte Emanuelle Charpentier eine Genschere, die die Genchirurgie erheblich präziser macht. Dafür erhält die Wahl-Berlinerin nun einen wichtigen Preis.

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Emmanuelle Charpentier wechselt am 1. Oktober ans Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin.
Emmanuelle Charpentier wechselt am 1. Oktober ans Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin.Foto: Bayer

Wird es die Welt verändern, wenn eine Forscherin herauszufinden versucht, wie sich irgendwelche Bakterien gegen irgendwelche Viren wehren? Ist es wirklich nötig, solch akademische Grundlagenforschung zu finanzieren? Es ist. Denn die „molekulare Genschere“, die Emanuelle Charpentier vor nicht einmal fünf Jahren in den Mikroben entdeckte, hat nicht nur die Möglichkeiten der Genforschung revolutioniert. Sie versetzt den Menschen auch in die Lage, das Erbgut von Pflanzen, Tieren und sich selbst in nie gekannter Präzision verändern zu können. Für die Entdeckung dieses „Crispr/Cas9“-Systems, derzeit „das“ Werkzeug zum Verändern des Erbguts (Genome Editing), wird die aus Frankreich stammende Mikrobiologin im April nächsten Jahres die Otto- Warburg-Medaille verliehen bekommen.

Eine der einflussreichsten Persönlichkeiten 2015

Der mit 25 000 Euro dotierte Preis folgt auf eine lange Reihe anderer Auszeichnungen Charpentiers, darunter nicht nur wissenschaftliche, sondern auch eine Platzierung auf der Liste der weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten im Jahr 2015 des „Time Magazine“.

Charpentier studierte in Paris Mikrobiologie, Biochemie und Genetik und erwarb ihren Doktortitel am renommierten Institut Pasteur. Nach einigen Jahren Forschung in den USA, unter anderem an der Rockefeller Universität, in Österreich und Schweden kam sie mit einer Stiftungsprofessur der Alexander-von- Humboldt-Stiftung nach Deutschland ans Helmholtzzentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Ab 1. Oktober wird sie Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, wo sie sich der Erforschung von bakteriellen Infektionskrankheiten und den dabei ablaufenden regulatorischen Prozessen widmen will.

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