Was Leben ist : In Kontakt mit einem intelligenten Ozean

Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, dass ein „System“ eine Reihe von Kriterien erfüllen muss, um als „lebendig“ zu gelten.

Da ist zunächst einmal die Nahrungsaufnahme: Lebewesen benötigen eine ständige Zufuhr von Energie, um ihre Existenz aufrechtzuerhalten. Dann pflanzen sie sich fort – und dabei können sie sich durch Veränderungen in ihrem Erbgut weiterentwickeln. Denn ohne Evolution kann Leben letztlich weder entstehen noch sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Und schließlich reagieren Lebewesen auf äußere Reize.

Unumstritten sind jedoch selbst diese simplen Kriterien nicht. Im Roman „Solaris“ von Stanislaw Lem versuchen menschliche Forscher auf einem fernen Planeten mit einem intelligenten Ozean in Kontakt zu treten. Würden wir eine solche Intelligenz tatsächlich nicht als „lebendig“ bezeichnen wollen, nur weil sie sich nicht vermehren kann?

Die amerikanische Philosophin Carol Cleland hält den Versuch, Leben zu definieren, deshalb für grundsätzlich falsch: „Eine solche Definition blendet uns, macht es uns unmöglich, seltsame Lebensformen überhaupt zu erkennen, wenn wir ihnen begegnen.“ Statt nach Leben zu suchen, wie wir es kennen, sollten die Forscher ihrer Meinung nach lieber nach Anomalien suchen, nach Anzeichen für Leben, wie wir es nicht kennen.

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