Wissen : Was sich Uni-Rektoren wünschen

An den Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland geht die Existenzangst um. Nahezu jeder zweite Leiter einer Universität oder Fachhochschule (45 Prozent) schätzte 2012 die finanzielle Situation seiner Einrichtung negativ ein. Ein Jahr zuvor war die Stimmung noch sehr viel besser, 2011 klagten nur 16 Prozent der Präsidenten und Rektoren über Unterfinanzierung. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Hochschul-Barometer des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft hervor. An der Umfrage haben sich 156 der 400 angeschriebenen Leiter staatlicher, privater und kirchlicher Hochschulen beteiligt.

Auch der Blick in die Zukunft ist eher getrübt: Rund die Hälfte glaubt nicht, dass sich die finanzielle Situation in den kommenden Jahren verbessert. Finanzierungslücken sehen die Rektoren vor allem bei Bau- und Sanierungsvorhaben und beim Personal. Hilfe soll vom Bund kommen: 90 Prozent der Hochschulleiter fordern eine Abschaffung des Kooperationsverbotes und zusätzliche staatliche Mittel – insbesondere für die Verbesserung der Lehre. 76 Prozent wünschen sich ein Modell, bei dem sich der Bund an der Grundfinanzierung beteiligt; hier plädieren die meisten für einen Zusatzbeitrag je Studierendem. Mehr Grundmittel erhoffen sich insbesondere die in der Exzellenzinitiative ausgezeichneten „Eliteuniversitäten“ und die technischen Unis. Sie sind wettbewerbsmüde und sprechen sich für eine deutliche Absenkung ihrer Drittmittelquote aus – von durchschnittlich 36 auf 24 Prozent ihrer Budgets.

Trotz der eingestandenen Defizite wächst das Selbstbewusstsein der Präsidenten und Rektoren. Die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Hochschulen schätzen sie 2012 deutlich besser ein als im Vorjahr. Vor allem die Lehre halten sie für gut aufgestellt: Mehr als 80 Prozent glauben, dass ihre Einrichtung mit der bundesweiten Konkurrenz mithalten kann. -ry

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