Wissen : Was sie von Deutschland erwarten Umfragen unter ausländischen Studenten

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Studierende aus dem Ausland kommen gerne nach Deutschland, sind aber nicht durchweg zufrieden mit den Studienbedingungen. Das geht aus dem International Student Barometer für Deutschland hervor, das der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am Dienstag veröffentlicht haben. Befragt wurden 2009 rund 12 000 Studierende an 45 deutschen Hochschulen und 2010 rund 17 000 junge Ausländer an 46 Standorten.

Der Studienort Deutschland sei ihre erste Wahl gewesen, sagten 83 Prozent der Befragten, gut zwei Drittel hatten sich auch nicht anderswo beworben. Für 97 Prozent war der gute Ruf der deutschen Hochschulausbildung ausschlaggebend, 86 Prozent gaben aber auch an, dass die gute Sicherheitslage in Deutschland ein wichtiges Entscheidungskriterium gewesen sei. Für fast ebenso viele waren es die (relativ niedrigen) Kosten für ein Studium.

Doch in ihren hohen Erwartungen an ein deutsches Hochschulstudium wurden die jungen Leute teilweise enttäuscht. Während nach der internationalen Umfrage des Student Barometer 83 Prozent der insgesamt 160 000 Befragten mit den Lernbedingungen zufrieden sind, waren es in Deutschland nur 73 Prozent. Die Sprachförderung bekam nur von 65 Prozent gute Noten (international 82 Prozent). Bei der Betreuung durch Lehrende wünschen sich ausländische Studierende transparente Anforderungen, regelmäßige Rückmeldungen über ihre Studienleistungen und kontinuierliche Unterstützung, fasst der DAAD zusammen. Für die Hochschulen überraschend sein dürfte der Anspruch, auch Hilfen beim Berufseinstieg zu bekommen. Hier sind nur 55 Prozent zufrieden mit den Angeboten (international 66 Prozent).

Nach Student Pulse 2011, einer weiteren Umfrage unter „mobilen Studierenden und Doktoranden“ im nichteuropäischen Ausland, halten 94 Prozent der knapp 14 000 Befragten die Reputation deutscher Hochschulabschlüsse für gut bis sehr gut. 19 Prozent können sich vorstellen, an einer deutschen Hochschule zu studieren oder zu arbeiten. Beide Studien sollen Universitäten und Fachhochschulen Hinweise geben, wie sie ihr internationales Marketing verbessern können. Amory Burchard

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