Wissen : Wer den Master macht

Unis fordern mehr Geld für Studienplätze

An der Humboldt-Universität wollen 70 bis 75 Prozent der Studenten nach dem Bachelor den Master machen. Diese Übergangsquote hält auch HU-Präsident Jan-Hendrik Olbertz für sinnvoll. Vor dem Akademischen Senat (AS) kritisierte er jetzt den Berliner Senat, der nach wie vor von einer Übergangsquote von 50 Prozent der Bachelorstudenten zum Master ausgeht. Damit ignoriere der Berliner Senat die Probleme.

Bei Lehramtsstudenten müsse die HU sogar einen Übergang vom Bachelor zum Master von 100 Prozent gewährleisten, weil man ohne den Master zu keinem Lehramt zugelassen wird. Die Engpässe bei der Finanzierung führten dazu, dass die HU nicht alle Bewerber, die aus den doppelten Abiturientenjahrgängen und durch die Aussetzung der Wehrpflicht nach Berlin drängten, werde aufnehmen können.

Olbertz warnte vor folgender Entwicklung: Ohne eine Zusatzfinanzierung durch den Berliner Senat müsse die HU Umschichtungen in ihrem Haushalt vornehmen und auf Investitionen verzichten, nur um genügend Studienplätze bereitstellen zu können. Eine weitere Verzögerung bei den Investitionen zehre an der Substanz der Universität. Es könne nicht sein, dass in der Zulassungspolitik Überbuchungen zur Regel gemacht würden. Das wäre auf die Dauer eine „Zumutung“.

An der TU besteht große Sorge, die eigenen Studierenden könnten beim Übergang in den Master wegen einer strengeren Benotung benachteiligt sein. Die Soziologin Nina Baur berichtete im AS, manche Hochschulen würden inzwischen als „Standardnote“ eine 1,0 verteilen. Eine Vergleichbarkeit von Bachelor-Abschlüssen sei so nicht mehr gegeben. TU-Präsident Jörg Steinbach warnte vor einer „Herabstufung“ der TU-Abschlüsse, wenn diese etwa mit Abschlüssen von Berufsakademien oder Fachhochschulen gleichgestellt werden müssten. U.S./tiw

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