WIE MÜNZEN SICH VERTEILEN : Euro, Euro, du musst wandern

Die europäischen Staaten starteten im Jahr 2002 mit unterschiedlich vielen Ein-Euro-Münzen in eine gemeinsame Währung. 1,7 Milliarden Euromünzen wurden in Deutschland geprägt, das war gut ein Drittel der Gesamtmenge. Aus Italien kamen zwar nur 950 Millionen und damit knapp 20 Prozent. Doch erst der Vergleich mit den dort geprägten Zwei-Euro-Stücken (310 Millionen) zeigt, wie kleingeldverliebt die Italiener im Unterschied zu den Deutschen sind, die immerhin eine Milliarde Zwei-Euro-Münzen produzierten. Von Frankreich aus gingen damals fast 17 Prozent aller Ein-Euro-Münzen auf Wanderschaft.

Seither sind weitere Münzen hinzugekommen. So hat die französische Prägestätte in Pessac für Malta 14 Millionen (0,3 Prozent) Ein-Euro-Stücke hergestellt, mit doppelt so vielen Münzen wurde Zypern zur Euroumstellung zum Jahr 2008 von Helsinki aus beliefert. Hierzulande haben diese Münzen bisher absoluten Seltenheitswert. Aber es gibt gute Gründe dafür anzunehmen, dass sich die Geldstücke irgendwann mehr oder weniger gleichmäßig verteilt haben werden.

Das würde nach heutigem Ermessen bedeuten, dass in ganz Europa etwa jede dritte Ein-Euro-Münze deutscher Prägung wäre und jede fünfte aus Italien käme. Davon sind wir noch weit entfernt.

Die Ein-Euro-Stücke bleiben viel länger in ihrem jeweiligen Herkunftsland als erwartet. Bis zu einer guten Durchmischung können durchaus noch einige Jahrzehnte vergehen. Ein-Cent-Stücke überqueren die Grenzen übrigens noch seltener. Sie kursieren hauptsächlich zwischen Haustür und Laden. tdp

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