Wissenschaft : Berliner Unis: Höher, weiter, schneller

13.01.2012 13:40 Uhrvon
Beweglich. Die Hochschulen werben fast doppelt so viele Drittmittel ein wie noch vor fünf Jahren. Im Bild eine Leistungsshow des Hochschulsports der TU Berlin. Foto: Ulrich Dahl/Technische Universit
Beweglich. Die Hochschulen werben fast doppelt so viele Drittmittel ein wie noch vor fünf Jahren. Im Bild eine Leistungsshow des Hochschulsports der TU Berlin. - Foto: Ulrich Dahl/Technische Universit

Die Berliner Hochschulen steigern sich erneut: Sie nehmen mehr Studienanfänger auf und werben mehr Forschungsgelder ein. Nur die Landesmittel halten nicht mit.

Die Berliner Hochschulen haben ihre Leistungen weiter gesteigert und zum Teil die Erwartungen der Politik übertroffen. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft über das Jahr 2010 hervor: Die Bilanz belegt „eindrucksvoll“, dass die Hochschulen „die neuen Herausforderungen“ angenommen haben, lautet das Fazit. Das 53-seitige Papier, das soeben dem Abgeordnetenhaus zugeleitet wurde, enthält einen Überblick über die Entwicklung seit dem Jahr 2005. Wie sich einzelne Hochschulen geschlagen haben, wird nicht berichtet.

In Berlin gab es im Jahr 2010 bereits 147 000 Studierende, 91 Prozent davon an den staatlichen Hochschulen. Berlin hatte sich im Hochschulpakt von Bund und Ländern verpflichtet, jährlich 19 500 Studienanfänger aufzunehmen. Doch schon 2010 lag es weit darüber, bei 25 000 Anfängern. Die Hochschulen hätten die Ziele „mehr als erfüllt“, heißt es in dem Bericht. Die Universitäten nahmen 21 Prozent mehr auf als noch fünf Jahre zuvor, die Fachhochschulen sogar 48 Prozent mehr. Angesichts der doppelten Abiturjahrgänge dürften die Zahlen weiter steigen.

Welche Chancen haben nun Berliner Abiturienten auf einen Studienplatz? Rund 6.000 neue Anfängerplätze wurden in den vergangenen fünf Jahren aufgebaut. Berliner Abiturienten nehmen 1.000 Plätze mehr ein als noch vor fünf Jahren. Dennoch ist ihr Anteil an den Studienanfängern von 47 Prozent im Jahr 2000 auf 36 Prozent gesunken. Damals studierten noch 78 Prozent der Berliner Abiturienten zu Hause, nun sind es noch 55 Prozent. Vermutlich scheitern viele am nahezu flächendeckenden Numerus clausus. Dem Bericht nach stehen die Berliner Studienbewerber besonders einer wachsenden Konkurrenz aus dem Ausland gegenüber. Der Anteil der Studierenden aus dem übrigen Bundesgebiet sei im Wesentlichen konstant geblieben, doch der Anteil der aus dem Ausland kommenden Studienanfänger habe sich „aufgrund der Attraktivität der Berliner Hochschulen und des Studienstandortes“ stark erhöht, von 31 Prozent (6.061) auf 36 Prozent (8.939). Zwei Drittel kommen aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten. Gestiegen ist besonders die Zahl der Studierenden aus China und Russland. Aus Polen kommt noch immer die drittgrößte Gruppe aus dem Ausland. Doch das Interesse der Polen lässt deutlich nach.

Die Zahl der Studienabbrecher an Berliner Hochschulen ist inzwischen besonders niedrig. 84 Prozent kommen erfolgreich zum Abschluss, im Bundesschnitt sind es erst 76 Prozent.

Heinz Sielmann Stiftung

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