Wissenschaft : Durchbruch für die nationale Akademie

Letzte Hindernisse zur Gründung einer nationalen Akademie sind offenbar ausgeräumt. Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen und die Gründungsinitiative der Regionalakademien haben ein gemeinsames Konzept dargelegt.

BerlinLetzte Hindernisse zur Gründung einer nationalen Akademie sind offenbar ausgeräumt. Der Wissenschaftsrat hat seinen Widerstand gegen das Konzept der übrigen deutschen Wissenschaftsorganisationen aufgegeben. In einem Brief an Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan und den Präsidenten der Kultusministerkonferenz Jürgen Zöllner haben die Allianz der Wissenschaftsorganisationen, der auch der Wissenschaftsrat angehört, und die Gründungsinitiative der Regionalakademien ihr gemeinsames Konzept dargelegt. In dem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt, appellieren sie an die Politik "nun zeitnah Beschlüsse zur Errichtung der DAW zu fassen".

Das Kürzel DAW steht für "Deutsche Akademien der Wissenschaften", geht aus dem Schreiben hervor. "Der Plural ist bewusst gewählt, weil die DAW nach dem Dachverbandsprinzip konstruiert ist", sagt Eva-Maria Streier, Sprecherin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die derzeit die Allianz der Wissenschaftsorganisationen koordiniert.

Sitz in Berlin

Ihren Sitz soll die DAW in Berlin haben, der Etat werde auf etwa 3,8 Millionen Euro pro Jahr kalkuliert, heißt es aus der Wissenschaftspolitik. Kern der DAW sei ein Konzil mit bis zu 200 Mitgliedern, in der großen Mehrzahl Vertreter der bestehenden Akademien. Das Konzil setzt die Arbeitsgruppen ein, die sich im Rahmen der Politikberatung zu Themen wie Gesundheit, Klima oder Infektionskrankheiten äußern. Die DAW soll von einem achtköpfigen Vorstand geleitet werden, in den die Union der Regionalakademien, die Leopoldina der Naturwissenschaftler und die Acatech der Technikwissenschaften ihre Präsidenten und ein bis zwei weitere Mitglieder entsenden.

Die Bund-Länder-Kommission (BLK) wird sich am 21. Juni erstmals mit dem nun vorgelegten Konzept befassen; voraussichtlich am 9. Juli könnten dann die Wissenschaftsminister in der BLK über die "Deutschen Akademien" entscheiden.

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