Wissen : „Wissenschaft ist keine Ware“

Open Access: Protest gegen Forschungsorganisationen

Der Initiator des „Heidelberger Appells“, der Literaturwissenschaftler Roland Reuß, hat seine Vorwürfe gegen die großen deutschen Wissenschaftsorganisationen erneuert, sie würden Autorenrechte im Internet aushöhlen. Mit ihrer Open-Access-Initiative würden die deutschen Wissenschaftsorganisationen „die Abkopplung des Wissenschaftlers von einer professionellen Verlagsszene und in der Konsequenz die Zerschlagung der gesamten mittleren und kleinen Verlagsszene anstreben“, schreibt Reuß in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Forschung und Lehre“. Wissenschaft sei keine Ware, die Verantwortung des Autors für sein Werk „erstreckt sich eben auch auf die sorgfältige Wahl des Publikationsorts“, schreibt Reuß.

Der Heidelberger Appell ist ein Aufruf zum Thema Urheberrecht, der sich gegen die Digitalisierung urheberrechtlich geschützter Werke durch die GoogleBuchsuche und gegen die Open-Access-Bewegung richtet. Die Bewegung fordert den freien Zugang zu allen Werken im Ínternet. Auch die deutschen Wissenschaftsorganisationen setzen sich dafür ein, wissenschaftliche Werke nach einer Sperrfrist von sechs Monaten weltweit entgeltfrei für alle Leserinnen und Leser zur Verfügung zu stellen. tiw

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