Wissenschaftspolitik : Gebündelte Energie

In Karlsruhe fusionieren Uni und Forschungszentrum zur größten Wissenschaftseinrichtung in Deutschland.

Tilmann Warnecke

Knapp drei Jahren hat sich die Fusion der Universität Karlsruhe und des Forschungszentrums Karlsruhe hingezogen – nun ist der Zusammenschluss zum „Karlsruhe Institute of Technology“ (KIT) endlich perfekt. Eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichneten nun das Land Baden-Württemberg und der Bund. Mit dem „KIT“ – der Name soll an das weltberühmte Massachusetts Institute of Technology (MIT) erinnern – entstehe ein Institut, das „an die Spitze der Weltliga der Forschungseinrichtungen gelangen soll“, sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) Ende der vergangenen Woche. Es solle „das führende europäische Zentrum der Energieforschung“ werden. Mit 8000 Beschäftigten und einem Jahresetat von 700 Millionen Euro sei es jetzt die größte deutsche Forschungseinrichtung. Ein Gesetz zur KIT-Gründung war bereits vor einigen Monaten verabschiedet worden, die Verwaltungsvereinbarung regelt die näheren Details für die Steuerung der gemeinsamen Einrichtung.

Im KIT fusionieren erstmals in Deutschland eine Landesuniversität und ein außeruniversitäres Institut. Das Forschungszentrum wird als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft zu 90 Prozent vom Bund finanziert. Mit dem Fusions-Konzept hatte die Universität Karlsruhe 2006 den Elite-Status in der Exzellenzinitiative gewonnen. Die rechtliche Ausgestaltung gestaltete sich seitdem aber als schwierig, da sich der Bund eigentlich nicht an der Finanzierung von Hochschulen beteiligen darf.

Das KIT wird jetzt als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisiert und rechtlich so gleichzeitig Landesuniversität und außeruniversitäre Forschungseinrichtung sein. Die Finanzströme von Land und Bund bleiben dabei weiterhin getrennt, die Mittel der Helmholtz-Gemeinschaft werden nicht in die Finanzierung von Studienplätzen fließen. Die fusionierte Einrichtung plant künftig gemeinsam seine wissenschaftlichen Schwerpunkte und beruft auch gemeinsam Hochschullehrer. Eine „innovationsfördernde Verwaltung“ solle aufgebaut werden, hieß es. Das KIT werde vor allem beim „Wettbewerb um den internationalen Nachwuchs konkurrenzfähig“ sein, sagt Frankenberg.

Geführt wird das neue Institut von einer Doppelspitze: Die bisherigen Präsidenten der Universität und des Forschungszentrums, Horst Hippler und Eberhard Umbach, leiten das Institut für „maximal drei Jahre“ gemeinsam, hieß es aus dem baden-württembergischen Wissenschaftsministerium. Ursprünglich sollte einer der beiden das KIT alleine führen.

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